spiegelung einer motogp-maschine in einer pfütze auf der rennstrecke

Herzrasen auf zwei Rädern

Alex Farinelli

Alex Farinelli gibt freimütig zu, dass ihm „die Knie zitterten“, als er das erste Mal als Fotograf die Rennstrecke betrat. Als Zuschauer hatte er schon vielen MotoGP-Rennen beigewohnt, doch sein erster beruflicher Einsatz beim Rennen in Misano Adriatico 2011 war der Höhepunkt eines lebenslangen Traums, seine Idole in Aktion zu abzulichten.

motogp-fahrer feiert seinen sieg

© Alex Farinelli | Sony α1 + FE 35mm f/1.4 GM | 1/12800s @ f/1.4, ISO 100

„Ich hatte schon viele Rennen live erlebt“, erzählt Alex. „Und ich hatte die MotoGP seit meiner Kindheit im Fernsehen verfolgt. Aber dort zu sein, inmitten meiner Helden, die gleiche Luft wie sie zu atmen, den gleichen Geruch von Benzin und brennendem Gummi zu riechen und das gleiche Heulen der Motorräder zu hören, die nur wenige Zentimeter an einem vorbeirasen, war einfach unglaublich. In solchen Situationen spürt man das Adrenalin durch die Adern fließen. Dieses Gefühl – die Schmetterlinge im Bauch, das wilde Herzschlagen – versuche ich durch meine Bilder zu vermitteln. Ich möchte die Leidenschaft und die Emotionen widerspiegeln, die ich empfinde, wenn ich so nah am Geschehen bin.“

Doch der Weg zum MotoGP-Fotograf war nicht leicht. Genau wie die Sportler auf der Rennstrecke musste Alex hart für diese Chance arbeiten. „Viele Jahre lang habe ich zusammen mit anderen Fotografen bei verschiedenen Wettkämpfen in meiner Region gearbeitet und Sportarten wie Radfahren, Turnen, Laufen und Schwimmen fotografiert. Ich war noch nicht vollberuflich als Fotograf tätig, sondern arbeitete vorwiegend als Analyst und Programmierer. Damals fragte ich jeden, den ich kannte, ob er mich bei einer MotoGP-Veranstaltung reinbringen könnte. Schließlich kam die Zusage für Misano Adriatico. Ich hatte Glück“, lacht er. „Aber ich war auch sehr hartnäckig und habe nie aufgegeben.“

gruppe von motogp-fahrern kommt um eine kurve

© Alex Farinelli | Sony α9 II + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/2500s @ f/2.8, ISO 100

Es liegt auf der Hand, dass die Dokumentation seines Lieblingssports für Alex eine Herzensangelegenheit ist. Doch wie geht er dabei vor? Welche Techniken wendet er an, um Emotionen in seine Aufnahmen zu bringen? „Jedes Rennen ist für mich eine besondere Situation und die Fahrer geben alle ihr Bestes. Also versuche auch ich, etwas Besonderes zu machen. Ich möchte den Bildern einen ‚Wow‘-Effekt verleihen. Das ist es, was mich motiviert – es ist wie der Sauerstoff für meine Lunge.“

gruppe von düsenflugzeugen fliegt über motogp-fahrer

© Alex Farinelli | Sony α1 + FE 14mm f/1.8 GM | 1/2500s @ f/2.0, ISO 100

Wie so viele Sportprofis verlässt sich Alex auf seine Alpha 1 und Alpha 9 II, um diese Momente festzuhalten. „Meine Sony Kameras sind für die Entwicklung meiner Arbeit von grundlegender Bedeutung. Sie helfen mir, die gesamte Bandbreite an möglichen Situationen abzudecken. Die Präzision und Schnelligkeit des Autofokus bei jeder Blende ermöglicht mir zum Beispiel ein kreativeres Arbeiten. Wenn ich die AF-Modi ‚Großer Bereich‘ und ‚Motivverfolgung‘ verwende, weiß ich genau, dass ich mich auf sie verlassen kann. So kann ich kreativer sein und den Monitor nutzen, um aus verschiedenen Perspektiven zu fotografieren, zum Beispiel vom Boden aus oder über mir.“

„Auf der Rennstrecke muss man die Motorräder und die Fahrer beobachten, um ihre Bewegungen und Linien nachvollziehen zu können. Erst dann kann man die Momente einfangen, auf die es ankommt. Das Wissen über die Strecke und die Fahrer ist überaus hilfreich, denn alle Elemente wirken zusammen und verstärken den Effekt. So gesehen sind die Strecke und die Landschaft ebenso Schlüsselelemente in meinen Kompositionen wie die Fahrer. Alles zusammen erzeugt die emotionale Intensität.“

motogp-fahrer lehnt sich in eine kurve

© Alex Farinelli | Sony α9 II + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/2000s @ f/2.8, ISO 50

Bei dieser Aufnahme vom Circuit de Catalunya in Barcelona kamen diese Fähigkeiten ins Spiel. „Dies ist Kurve drei – eine für ihre Schnelligkeit berühmte Kurve. Man sieht, wie der Fahrer sein Motorrad in die Kurve schiebt und dabei extrem nah an die Fahrbahn herankommt. Für das Foto habe ich die Kamera auf den Boden gelegt und durch den Monitor geschaut. Weil wir uns auf gleicher Höhe befinden, konnte ich eine Verbindung zum Fahrer aufbauen.“

motogp-fahrer lehnt tief nach unten, während er mit hoher geschwindigkeit in eine kurve fährt

© Alex Farinelli | Sony α1 + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/40s @ f/22, ISO 50

Bei einer anderen Aufnahme aus Barcelona hat Alex die Form der Strecke genutzt, um das Geschehen gekonnt in Szene zu setzen. „Dies ist die allerletzte Kurve. Ich mag das Muster der Bordsteinkante, weil es dem Foto ein Gefühl von Geschwindigkeit verleiht. Hier habe ich eine längere Verschlusszeit von 1/40 Sekunden verwendet, um eine gewisse Bewegungsunschärfe ins Bild zu bekommen. Dafür verwende ich immer einen ND-Filter und die größtmögliche Blende.“

motogp-fahrer hockt neben seinen teamkollegen

© Alex Farinelli | Sony α9 II + FE 24mm f/1.4 GM | 1/200s @ f/1.4, ISO 50

Einen Renntag zu fotografieren bedeutet auch, abseits der Rennstrecke mit den Teams und Fahrern zusammenzuarbeiten – und auch hier hat Alex großartige Beispiele für die dort durchlebten Emotionen in petto. „Wenn ich in der Box fotografiere, muss der Fokus auf den Augen und dem Gesichtsausdruck liegen. Hier entstehen besondere Situationen, zum Beispiel wenn der Fahrer mit seiner Crew spricht oder eine abergläubische Geste macht. Das alles ist Teil des Erlebnisses und genauso spannend wie die Action-Aufnahmen.“

„In der Box verwende ich am häufigsten den Augenfokus. Wenn ich mit Objektiven wie dem FE 24mm f/1.4 GM bei offener Blende fotografiere, weiß ich, dass es immer auf das Motiv gerichtet ist. So kann mir nichts entgehen. Dabei muss ich jegliche Fehler vermeiden, die Aufnahmen können nicht wiederholt werden. Alles muss perfekt sein – und genau dafür sorgen diese Kameras.“

motogp-fahrer hält seinen Helm und grinst in die Kamera

© Alex Farinelli | Sony α9 II + FE 24mm f/1.4 GM | 1/4000s @ f/1.4, ISO 100

Auf diesem Bild von der Rennstrecke Portimao in Portogallo freut sich Fabio Quartararo, der amtierende Weltmeister, über seinen Rennsieg. „Er drehte sich zu mir um und jubelte. Es war ein unglaublicher, unwiederbringlicher Moment voller Emotionen. Ich bin einer der Fotografen des Yamaha-Teams und in Augenblicken wie diesem ist es sehr hilfreich, wenn man ein gutes Verhältnis zu den Fahrern hat. Wenn sie dir vertrauen, sind sie entspannter und lassen sich auf die besten Fotos ein.“

„Es mag selbstverständlich erscheinen“, schließt Alex. „Doch in der Fotografie muss jeder lernen und daran arbeiten, seinen eigenen Weg zu finden. Im Motorsport braucht man Erfahrung und muss die Strecken kennen, um mögliche Ereignisse vorhersehen zu können. Aber man muss auch seinen eigenen Stil finden und sollte nicht einfach versuchen, so zu sein wie alle anderen. Mir geht es vor allem darum, meine Gefühle zu zeigen, und diese Gefühle kommen und gehen in Sekundenbruchteilen. Ohne die Geschwindigkeit und Präzision meiner Sony Ausrüstung wäre das alles sehr viel schwieriger.“

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Alex Farinelli | Italy

„Wenn man davon träumen kann, kann man es tun … Man muss es sogar!“

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