sängerin in pinkem kleid auf der bühne

Eine neue Perspektive

Menno van der Veen

Bei der Event-Fotografie dreht sich alles darum, einzigartige Momente einzufangen; Momente, die nur einmal passiert, und dann für immer verschwinden. Das kann ein Lächeln sein. Oder eine Träne. Oder es können 60.000 Menschen sein, die sich im Gleichklang bewegen. Wir sehen und erleben diese Dinge, und durch Fotografie halten wir sie fest, damit wir sie uns später in Erinnerung rufen und noch einmal genau das fühlen können, was wir in diesem Moment gefühlt haben.

© Menno van der Veen

Aber es geht nicht nur darum, das einzufangen, was wir mit eigenen Augen gesehen haben. Wir verwenden verschiedene Objektive, um Details sichtbar zu machen, die dem bloßen Auge leicht entgehen, entfernte Motive näher zu bringen oder Perspektiven zu schaffen, die auf natürliche Weise nicht zu erkennen sind.

Eine der einzigartigsten Perspektiven ist das Fisheye-Objektiv. Es fängt eine verzerrte Ansicht ein, die unser menschliches Auge nie sehen könnte. Es schafft Raum in kleinen Bereichen und zeigt riesige Strukturen wie eine Bühne zusammen mit Tausenden von Menschen, die sich mit dem gleichen Ziel versammelt haben: Spaß zu haben und zu feiern. Es kann Gesichter und Körper verzerren, um Ausdruck oder Bewegung zu übertreiben, und es kann Bilder für VR-Erlebnisse oder winzige Planeten erstellen.

Und jetzt haben wir endlich ein Fisheye-Objektiv von Sony, um das alles einzufangen. Das Sony FE 8-14 mm f/3.5 Fisheye G ist da.

menno van der veen mit seiner sony kamera und dem fisheye-objektiv © Menno van der Veen

Bei 14 mm haben wir ein diagonales 180°-Sichtfeld und bei 8 mm ein kreisförmiges Fisheye. Der 180°-Look ist von Actionkameras und POV-Videos bekannt, während das kreisförmige Fisheye durch Skateboarding und Snowboarding popularisiert wurde. Das ist ein extremerer Fisheye-Effekt, bei dem ein rundes Bild von einem schwarzen Rand umgeben ist.

Die Verzerrung kann übertrieben werden, indem man die Kamera neigt und eine Krümmung des Horizonts zulässt. Bei den meisten Objektiven konzentrieren wir uns oft darauf, die Linien gerade zu halten. Ein Fisheye ist einzigartig, weil es genau das Gegenteil bewirkt.

festivalpublikum vor der bühne © Menno van der Veen | Sony α1 II + FE 8-14mm f/3.5 Fisheye G | 1/1250s @ f/4.0, ISO 125

Nun hat Sony diese kreativen Perspektiven für seine Wechselobjektivkameras verfügbar gemacht und so unzählige Möglichkeiten für viele Aufnahmeszenarien eröffnet.

Das Objektiv verfügt über einen schnellen und zuverlässigen AF, auch bei schwachem Licht, was für die Event-Fotografie unerlässlich ist. Die Lichtverhältnisse ändern sich ständig, und oft steht einfach nicht viel Licht zur Verfügung. Das ist eine der Arten von Fotografie, bei der wir das Licht nicht kontrollieren können und mit dem arbeiten müssen, was wir haben. Unsere Ausrüstung muss mit blinkenden Lichtern und sich bewegenden Motiven mithalten können.

dj mit erhobenem arm und geschlossenen augen © Menno van der Veen | Sony α1 II + FE 8-14mm f/3.5 Fisheye G | 1/500s @ f/3.5, ISO 1600

Das erste Mal habe ich das Objektiv beim Medusa-Festival in Valencia verwendet. Es war eine nächtliche Veranstaltung, also wusste ich, dass das Licht schwierig sein würde. Aber das Objektiv funktionierte, als hätte es alles Licht der Welt gehabt. Der AF mit Augenerkennung rastete sofort ein, die Nachführung funktionierte perfekt, und selbst bei schwachem Licht erhielt ich die künstlerischen Aufnahmen, die ich wollte.

Als ich mit meiner α 1 II und α 9 III über den Veranstaltungsort lief, blieb ich an einer anderen Bühne mit riesigen LED-Bildschirmen und Flammen stehen. Das war der perfekte Zeitpunkt für Überblicksaufnahmen. Ich fand in der Menge die Mitte der Bühne, schaltete bei 1/40 auf Verschlusspriorität um, holte meine Bluetooth-Fernbedienung heraus, setzte die Kamera auf mein Monopod über meinem Kopf und fing den vollen Maßstab der Bühne ein.

menschenmenge vor einer festivalbühne © Menno van der Veen | Sony α1 II + FE 8-14mm f/3.5 Fisheye G | 1/200s @ f/7.1, ISO 500

Dank seiner f/3.5-Blende wiegt das Objektiv nur 350 Gramm. Es ist leicht genug, um es den ganzen Tag zu tragen, und perfekt für die Verwendung mit einem Monopod während eines Feuerwerks oder einer Flammenshow. Beim Aufnehmen solcher Momente, muss man die Kamera oft lange über seinem Kopf halten, und es gibt nichts Frustrierenderes, als spektakuläre Pyrotechnik zu verpassen, nur weil deine Schultern eine Pause brauchen.

Mit diesem Objektiv war das nie ein Problem. Ich begann bei 1/40 Sek., f/3.5 und ISO 500 und und ging dann weiter runter auf 1/25 Sek. und ISO 100. Sowohl bei 14 mm als auch bei 8 mm blieben meine Bilder scharf, weil ich meine Ausrüstung stabil halten konnte. Natürlich hat auch die Stabilisierung im Gehäuse der Kamera geholfen, aber das leichte Design machte einen großen Unterschied.

mann mit maske auf der bühne © Menno van der Veen | Sony α9 III + FE 8-14mm f/3.5 Fisheye G | 1/200s @ f/3.5, ISO 1600

Eine der klassischen Fisheye-Aufnahmen auf der Bühne ist von der Seite, mit dem Künstler auf der einen Seite des Bildes und der Menge auf der anderen. Selbst in der Nähe der Ränder blieb das Objektiv außergewöhnlich scharf und der AF blieb schnell und zuverlässig. Diese Schärfe von der Bildmitte bis zum Rand ist bei einem Fisheye besonders wichtig, da das Motiv in vielen Kompositionen weit von der Mitte entfernt platziert ist.

Im Inneren des DJ-Pults war der Platz begrenzt, was perfekt für ein Fisheye war. Der DJ hüpfte und tanzte ständig, aber als ich ihn am Bildrand einrahmte, rastete der AF ein und verlor ihn nie. Selbst bei 8 mm mit der Kreisansicht war jede Aufnahme scharf, ob in den Ecken oder in der Mitte – völlig egal.

dj mit erhobener hand und die menge links von ihm © Menno van der Veen | Sony α1 II + FE 8-14mm f/3.5 Fisheye G | 1/500s @ f/3.5, ISO 1600

Am nächsten Tag nahm ich das Objektiv zu einer ganz anderen Veranstaltung mit. Bei Medusa drehte sich alles ums Tanzen, während sich beim Dynamo Metalfest alles um Gitarren und Headbanging drehte. Ich habe eine meiner Lieblingsbands – Bleed From Within – fotografiert. Als das Intro begann und sich die Menge in einen großen Circle Pit verwandelte, wusste ich, dass ich reingehen und das Chaos in einer POV-Aufnahme einfangen musste. Überall war Staub in der Luft, die Leute drehten durch, aber das Objektiv verlor mein Motiv nie aus den Augen.

Weil ich für die Band aufnahm, durfte ich auch auf die Bühne. Das gab mir die Möglichkeit, Flammen mit dem Monopod-Setup einzufangen, sowie einige einzigartige 8-mm-Aufnahmen mit dem Logo der Band zu machen.

luftaufnahme eines outdoor-festivals © Menno van der Veen | Sony α1 II + FE 8-14mm f/3.5 Fisheye G | 1/5000s @ f/3.5, ISO 100

Am Sonntag besuchte ich Hollandse Zomer in Nimwegen, eine Outdoor-Veranstaltung, die der niederländischen Musik gewidmet ist. Mit einer großen Menschenmenge vor mir nutzte ich meinen 6 Meter großen Fotomast für eine noch höhere Perspektive. Eine Sache, die ich mit dieser Konfiguration erschaffen kann, ist ein winziger Planet. Ich habe vier Bilder mit 8 mm aufgenommen – eines mit Blick auf die Bühne, eines von der Bühne weg, eines nach links und eines nach rechts – und sie dann zu einem winzigen Planetenbild zusammengefügt.

Nun nachdem ich das Objektiv bei drei völlig unterschiedlichen Veranstaltungen ausprobiert habe, kann ich es wirklich kaum erwarten, es noch öfter zu nutzen. Es ist leicht, einfach zu transportieren und perfekt für enge Räume wie ein DJ-Pult. Der AF ist schnell und zuverlässig, auch bei schwierigen Lichtverhältnissen. Der Kontrast und die Farben erleichtern die Bearbeitung. Und die Schärfe macht es zu einem Muss für jeden Eventfotografen.

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