einsamer moschusochse in einem schneesturm

Gemeinsam stärker

Floris Smeets und Nicolai Brix

Wie erklärt man ein Problem, das so groß ist, dass es den gesamten Planeten betrifft? Der Klimawandel ist in vielerlei Hinsicht die größte Herausforderung, der die Menschheit je gegenüberstand, und mit seinen im wahrsten Sinne des Wortes globalen Folgen muss er zunächst einmal verstanden werden, bevor man ihn bekämpfen kann. Ein bewährter Weg besteht darin, das Problem aufzuschlüsseln und es von einer menschlichen Ebene aus zu betrachten.

Und so finden wir uns im norwegischen Dovrefjell-Nationalpark wieder, der sagenumwobenen Berglandschaft, in der der Moschusochse zu Hause ist. Dieser Ort hat für den Tierfotografen Floris Smeets, der die Moschusochsen seit mittlerweile zehn Jahren dokumentiert, eine ganz persönliche Bedeutung. Zusammen mit dem Videofilmer Nicolai Brix hat er einen Film produziert, der zeigt, wie der Moschusochse in einer Umgebung leidet, die nicht mehr die seine ist.

gruppe von moschusochsen auf einem schneebedeckten berghang © Floris Smeets | Sony α1 + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/320s @ f/6.3, ISO 1000

„Ich fotografiere die Moschusochsen im Dovrefjell schon sehr lange und kann daher genau sehen, wie sich der Klimawandel auf sie auswirkt“, beginnt Floris. „Das Ganze hat sich quasi vor meinen eigenen Augen abgespielt. Das ist es, was Nicolai und ich in diesem Film thematisieren möchten.“

„Es hinterlässt einen größeren Eindruck, wenn wir das Leid bestimmter Tierarten zeigen und die Auswirkungen auf die Menschen verdeutlichen, die mit ihnen verwachsen sind. Naturfilme sind oft viel überzeugender, wenn sie eine emotionale Reaktion hervorrufen. Wir denken immer an die hungernden Eisbären auf den schwindenden Eisflächen, doch was dem Moschusochsen widerfährt, ist genauso verheerend.“

halb im schnee versunkener moschusochse © Floris Smeets | Sony α1 + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/1250s @ f/6.3, ISO 1250

Für das Projekt setzten Floris und Nicolai auf ihre bewährte Sony Ausrüstung. So konnten sie sicher sein, dass sie optimal ausgestattet waren, um die Bilder für ihre Geschichte einzufangen. „Für Tieraufnahmen ist die Sony Alpha 1 mittlerweile meine erste Wahl“, erklärt Floris. „Ich kann mich zu hundert Prozent darauf verlassen, dass der Autofokus jede einzelne Aufnahme perfekt hinbekommt, selbst wenn viel Schnee in der Luft liegt oder das Licht schwierig ist. Als Zweitkamera verwende ich eine Alpha 7R III. Beim Objektiv wechsle ich je nach Entfernung zu den Tieren und der Umgebung zwischen dem FE 400mm f/2.8 GM OSS und dem FE 600mm f/4 GM OSS.“

zwei moschusochsen in silhouette vor dem schnee in der dämmerung © Floris Smeets | Sony α7R III + FE 100-400mm f/4.5-5.6 GM OSS | 1/3200s @ f/9.0, ISO 160

Aufgrund des neuen Wettergeschehens gelangt immer mehr warme Luft in den Lebensraum des Moschusochsen, was schlimme Auswirkungen für die Tiere hat. „An einem Tag herrschen in den Bergen Temperaturen von -20 oder -30 Grad Celsius, während es dann am nächsten Tag regnet. Dadurch bildet sich auf dem Boden eine Eisschicht, die Probleme bei der Nahrungssuche und der Fortbewegung verursacht. Im Winter fressen die Ochsen Gras. Um daran zu gelangen, graben sie sich durch den Schnee, doch das Eis erschwert dies oder macht es sogar unmöglich. Außerdem sind einige steile Hänge zu rutschig, als dass sie sie erklimmen könnten.“

„Dazu kommt“, fährt er fort, „dass der Schnee bei Temperaturen um die null Grad viel feuchter und klebriger wird. Die Ochsen sind daran nicht angepasst und so sammelt sich der Schnee beim Graben in ihrem Fell und bildet große Eiskugeln. All dies macht sie langsamer und raubt ihnen in der Jahreszeit, in der sie eigentlich wenig Energie verbrauchen sollten, die Kraft. Da ihr Körper auf Temperaturen von -40 Grad Celsius ausgelegt ist, kommt es außerdem zu einer Überhitzung. Der Klimawandel wird sie ausrotten.“

zwei im schnee kämpfende moschusochsen © Floris Smeets | Sony α9 + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/1000s @ f/2.8, ISO 800

Floris war begeistert, wie Nicolai mit seinen Filmaufnahmen einen noch stärkeren Bezug zum Thema herstellen konnte. „Ich habe im Laufe der Jahre viele Tausend Fotos von Moschusochsen geschossen, doch es ist nicht immer einfach, in nur einem Foto die Folgen des Klimawandels auf das Leben der Tiere zu zeigen. Nicolais Videos konnten einige der Probleme, mit denen die Tiere konfrontiert sind, besser verdeutlichen. Ich mag eine Mischung aus Standbildern von der Umgebung und den Tieren aus der Nähe, doch ein Video kann den Kampf ums Überleben unter Bedingungen, auf die sie nicht eingestellt sind, besser veranschaulichen.“

Obwohl er bei seiner Arbeit eher im Hintergrund blieb und Floris bei seinen Interviews unterstützte, erkannte Nicolai die Notwendigkeit, über die sich ständig verändernde Umwelt zu berichten. Also ergriff er jede Gelegenheit, den fortwährenden Kampf der Tiere einzufangen.

„Wann immer es möglich war, wollte ich zeigen, wie schwer die Moschusochsen für ein kleines bisschen Nahrung arbeiten müssen. Sie knabbern selbst die kleinsten Grashalme ab. Es gab so viele verheerende Auswirkungen des Klimawandels, die ich dokumentieren wollte – ich wünschte, ich hätte mehr Leute dabeigehabt!“

moschusochsenjunges auf futtersuche im schnee © Floris Smeets | Sony α1 + FE 600mm f/4 GM OSS | 1/1600s @ f/4.0, ISO 640

Angesichts des breiten Spektrums der benötigten Aufnahmen arbeitete Nicolai mit zwei Zoomobjektiven: dem FE 24-70mm f/2.8 GM II für die dokumentarischen Elemente und dem FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS für die Moschusochsen selbst. Beide wurden mit einer Alpha 9 III kombiniert. „Die Gesamtqualität der Aufnahmen war wirklich beeindruckend“, freut er sich. „Der neue Global Shutter der Kamera ist brillant, wenn viel Bewegung im Spiel ist. Auch der Autofokus ist eine enorme Bereicherung. Dank der Stabilisierung konnte ich außerdem alle Aufnahmen aus der Hand machen. Das ist unglaublich praktisch, wenn man mit leichtem Gepäck reisen muss. Für die Audioaufnahmen in den Bergen habe ich ein Sony ECM-M1 Mikrofon verwendet.“

gruppe von moschusochsen an einem verschneiten berghang in der ferne © Floris Smeets | Sony α7R III + FE 100-400mm f/4.5-5.6 GM OSS | 1/5000s @ f/13, ISO 400

Beide sind sich einig, dass einer allein das Projekt nicht hätte realisieren können. „Wir beide kennen uns in der Natur aus“, erklärt Nicolai. „Doch obwohl wir großen Respekt vor der Arbeit des anderen haben, sind wir auf sehr unterschiedliche Weise kreativ. In diesem Fall war das unsere Stärke. Ich hätte die Geschichte nicht allein erzählen können – um die gewünschte Wirkung zu erzielen, brauchte es uns beide.“

„Auch für mich war das Projekt ein großes Aha-Erlebnis“, stimmt Floris zu. „Gemeinsam haben wir etwas auf die Beine gestellt, was alleine nicht möglich gewesen wäre. Wir hoffen, dass wir in diesen vier Tagen, in denen wir uns auf die Moschusochsen konzentriert und ihren Kampf dokumentiert haben, unsere Botschaft vermitteln konnten. Zumindest beweist es unserer Ansicht nach, dass man gemeinsam mehr erreichen kann als allein – vor allem wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht.“

Vorgestellte Produkte

Floris Smeets

Floris Smeets | Norway

„Die permanenten Veränderungen in der Natur machen die Naturfotografie so spannend. Man kann jeden Tag an dieselben Stelle gehen und doch immer mit einer anderen Aufnahme zurückkommen.“
Nicolai Brix

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