Das Sony FE 50-150mm f/2 GM ist vielleicht nicht das erste Objektiv, das man zum Fotografien von Tieren in Betracht ziehen würde, aber für Philipp Jakesch erwies es sich als ideal für sein jüngstes Abenteuer in der Antarktis. „In der Subantarktis und Antarktis kann man der Tierwelt sehr nah kommen – und sie kommt einem auch selbst sehr nah.“
Philipp begann seine Reise in Puerto Madryn, Argentinien, und auf den Falklandinseln, um die Tierwelt dieser Region zu erkunden. Es war das erste Mal, dass er freilebende Pinguine erleben sollte. „Es gibt dort eine riesige Kolonie aus Königspinguinen, eine der größten der Welt“, erinnert sich Philipp. „Dort leben etwa 400.000 Pinguine an einem Ort. Das war einfach überwältigend. Einmal stand ich ungefähr 10 Meter von einem Königspinguinküken entfernt. Ich bückte mich, um aus einem flachen Winkel zu fotografieren, damit ich die f/2 Blende des Objektivs nutzen konnte. Da hörte ich plötzlich vor mir dieses hohe Geräusch, das sie machen – und als ich hochschaute, stand das Küken noch näher bei mir.“
Um die Pinguine vor Krankheiten wie der Vogelgrippe zu schützen, gibt es Regeln, wenn man sich in ihrer Nähe aufhalten will. „Ich musste immer wieder ein paar Meter zurücktreten und mich bücken, um mit dem schwenkbaren Bildschirm der Sony α 9 III Aufnahmen zu machen. Nichts durfte den Boden berühren, außer der Unterseite der Stiefel, um die Vögel vor der Vogelgrippe zu schützen. Allerdings folgte das Königspinguinküken mir – der niedliche, flauschige Ball watschelte mir einfach hinterher.“
Aufgrund der wissbegierigen Natur der Tiere eignete sich die Brennweite von 50–150 mm des Objektivs perfekt, um wunderschöne Aufnahmen von einzelnen Pinguinen oder von anderen Wildtieren zu machen. „Wenn das Objektiv bei 50 mm beginnt, macht das schon einen großen Unterschied aus. Mir ist zum Beispiel ein Porträt von zwei Königspinguinen gelungen, also von einem Küken mit einem Elternteil, mit der Landschaft im Hintergrund. Mit einem Objektiv von 70–200 mm hätte ich dieses Foto nicht machen können, da ich zu nah dran gewesen wäre. Ich hatte zwar auch die Sony α II dabei, und mit ihrer Auflösung von 50,1 Megapixeln kann man die Fotos zuschneiden, aber nicht breiter machen.“
Aufnahmen, die nur Porträts der Tierwelt sind, reizen Philipp nicht sehr. „Ehrlich gesagt, kann man Nahaufnahmen auch im Zoo machen“, erklärt er. „Aber wenn man Nah-, Mittel- und Weitwinkelaufnahmen kombinieren kann, erhält man eine größere Vielfalt an Fotos. Man kann die Geschichte einfach besser erzählen. Also die Geschichte der Region, der Natur und wie groß alles ist. Solche Aufnahmen zeigen einem die Tiefe und Weite dieser riesigen Landschaften und den tatsächlichen Lebensraum dieser Tiere.“
Die Brennweite ist nicht das einzige Merkmal des FE 50-150mm f/2 GM, das Philipp bewundert. Die f/2-Blende eröffnet mehr Möglichkeiten als ein f/2.8-Objektiv. „Man kann die erstaunliche Schärfe und die geringe Tiefenschärfe voll ausnutzen und mit den schönen Hintergründen spielen“, sagt der Fotograf. „Die f/2-Blende ist wirklich fantastisch, vor allem mit etwas Licht im Hintergrund. Und das Bokeh ist atemberaubend. Man kann den schönen Blasenhintergrund voll ausnutzen, das ist einfach toll. Und da die Blasen kugelförmig sind, verwandeln sie sich nicht in Katzenaugen, wenn sie sich näher am Rand befinden.“
„Wir hatten Glück, dass einmal etwas Schnee gefallen ist“, fährt Philipp fort. „Durch den Schnee auf den Fotos lässt sich der Effekt der Blende noch besser erkennen. Man hat dann entweder wunderschönes Licht im Hintergrund oder Schnee im Vordergrund. Die Schneeflocken wirken dabei einfach riesig, weil sie so stark verschwimmen. Das füllt den Rahmen perfekt aus. Mit einem anderen Objektiv wäre das nicht so einfach gelungen.“
Der Autofokus funktionierte auch bei Schnee einwandfrei. Philipp erinnert sich an einen Moment, in dem der Autofokus trotz der Bewegung der Pinguine sein Motiv im Visier behielt. „Er klebte quasi am Auge eines Pinguins, während andere herumliefen, ausrutschten und hinfielen, wieder aufstanden und den Hügel hinunterrutschten. Pinguine zu beobachten ist wirklich eine sehr unterhaltsame Sache!“
Obwohl es sich um ein 3-fach-Zoomobjektiv mit einer sehr großen maximalen Blende handelt, ist das 50-150mm erstaunlich leicht. „Das waren die größten Überraschungen für mich – das geringe Gewicht des Objektivs und seine praktische Handhabung. Die Arbeit damit macht wirklich Spaß, weil es so gut in der Hand liegt.“ Vor allem dank dieser praktischen Nutzbarkeit konnte Philipp mit dem 50-150mm-Objektiv experimentieren und es an Orte mitnehmen, an denen handgeführte Aufnahmen die einzige Option waren.
„Es gibt da dieses Bild, auf dem die Pinguine auf einem blauen Eisberg stehen. Es wurde von einem Zodiac-Boot aus aufgenommen, das ziemlich schaukelte. Wir hatten starken Wellengang – ich glaube, es war mindestens ein Meter. Wir bewegten uns die ganze Zeit auf und ab, aber zwischen der SteadyShot-Bildstabilisierung und dem Autofokus mit Augenerkennung wurde der Autofokus gesperrt und ich konnte die Aufnahmen machen.“
Dank der Kombination aus außergewöhnlicher Tierwelt, fantastischer Lage und unglaublichen Bedingungen sind Philipp mit seinem FE 50-150mm f/2 GM erstaunliche Aufnahmen gelungen. Wir sind sehr gespannt, wohin er es als nächstes mitnimmt.