Bildfokus

Staffan Widstrand | Chamäleon

Ich war als Leiter einer Fotoexpedition in Uganda unterwegs, um Berggorillas und Schimpansen zu beobachten. Aber immer, wenn man an einem bestimmten Ort etwas ganz Besonderes sehen will, findet man oft etwas anderes, das mindestens genauso interessant ist.

Und genau so erging es mir, als meine Aufmerksamkeit von diesem Dreihorn-Chamäleon (Trioceros johnstoni) angezogen wurde. Diese Art hatte ich nie zuvor gesehen. Sie ist eine lokale Spezies, die nur dort, im Virunga- und Ruwenzori-Gebirge an der Grenze zwischen Uganda, Ruanda und Kongo, vorkommt. Dabei handelt es sich um sehr farbenprächtige Chamäleons, und das auf dem Foto ist ein männliches Exemplar und deshalb so bunt. Vielleicht waren Weibchen in der Nähe, die er beeindrucken wollte?

nahaufnahme eines johnstons chamäleons im kongo © Staffan Widstrand | Sony α1 + FE 90mm f/2.8 Macro G OSS | 1/200s @ f/4.0, ISO 1600

Ich arbeitete mit meiner Sony Alpha 1 – meiner Lieblingskamera, da sie vielseitig einsetzbar ist. Damit kann ich alles fotografieren, von winzigen Details bis hin zu Landschafts- und Tieraufnahmen wie diese. Die Alpha 1 besitzt die perfekte Kombination aus schneller Aufnahmegeschwindigkeit von 30 Bildern pro Sekunde und 50-Millionen-Pixel-Auflösung. Absolut beeindruckend!

Man mag vielleicht meinen, ein Chamäleon bewege sich langsam, aber sieht man es von Nahem, stellt man fest, dass es unablässig zappelt. Für die Aufnahme habe das Sony FE 90mm f/2.8 Macro verwendet, ein älteres Objektiv aus der Sony FE-Serie, das jedoch ein wunderschönes, weiches Bokeh vor und hinter dem Fokuspunkt erzeugt. Zudem ist es unglaublich scharf – eines der schärfsten Objektive, die ich je verwendet habe, und perfekt für Situationen wie diese.

Die Verschlusszeit meiner Alpha 1 war auf 1/2000 Sekunde eingestellt. Ich nutzte die maximale Serienaufnahmegeschwindigkeit von 30 Bildern pro Sekunde, da die kleinste Bewegung von mir oder vom Chamäleon einen enormen Unterschied für den Fokus und die Ausrichtung der Schärfentiefe ausmacht.

Außerdem hatte ich das Glück, dass der bedeckte Himmel keine harten Schatten warf – das perfekte, weiche Licht also, um die Farben und Details wie auf einem Porträt einzufangen.

Das Interessante an Chamäleons ist, dass sie vor dem Loslaufen ein paar Mal ihre Vorderbeine bewegen, ehe sie den ersten Schritt machen. Da ich mit 30 Bildern pro Sekunde fotografierte, konnte ich eine ganze Fotosequenz schießen und schließlich das Bild mit der besten Schrittbewegung auswählen.

Aber die Natur lässt sich nicht arrangieren, wie man es vielleicht von Studioaufnahmen gewöhnt ist. Also musste ich unnötige Details herausschneiden – ein Blatt an einer Seite und den Ast, auf dem das Chamäleon saß. Dank der hohen Auflösung der Alpha 1 kann ich das machen und habe am Ende noch immer eine große Datei.

Viele Naturfotografen glauben fälschlicherweise, es müsse stets das gesamte Tier im Bild sein. Ich sehe das anders: Ich will meinem Motiv so nahe wie möglich kommen und mit ihm auf Tuchfühlung gehen. Das Ergebnis? Ein grafisch einfaches Bild mit lebendigen Farben, die dem Betrachter wirklichkeitsgetreu wiedergegeben werden.

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