„Ich fotografiere am liebsten alles, was sich bewegt“, lacht Profi Uroš Podlogar, „und dafür gibt es kaum bessere Orte als diesen hier.“
Kies schleudert auf. In den Julischen Alpen donnert ein umgebauter Toyota Hilux eine steile Piste des Stol herunter. Er fährt über einen Geröllhaufen, hebt kurz ab, bevor er sich durch einen überfluteten Graben pflügt. Wasserfontänen steigen auf. Ja, dieser Teil der Welt ist ein wilder und abwechslungsreicher Spielplatz für Offroad-Fahrer – aber auch für Fotografen.
„Bei einem Shooting wie diesem“, erklärt Uroš, „ist es wichtig, dass man die richtige Bandbreite an Aufnahmen erzielt. Neben der Action brauchen wir auch die heroischen Fotos, auf denen das Auto dasteht und fantastisch aussieht. Die Suche nach großartigen Orten“, fährt er fort, „ist mir sehr wichtig, weil sie meine Bilder spannender machen. Das ist Teil des Stils, der meine Arbeit kennzeichnet. Darüber hinaus suche ich immer nach neuen Blickwinkeln, tollem Licht und wirklich allem, was ich machen kann, um die Details des Autos besser einzufangen. Schließlich geht es bei diesen Bildern darum, dass Menschen etwas Neues und Besonderes entdecken sollen.“
Bei der Vorbereitung von Action-Aufnahmen ist „eine der ersten Sachen, die man finden muss, eine Einstellung, in der das Auto auf spannende Weise interagieren kann“, erläutert Uroš. „Denn es sind die fliegenden Steine, der Staub oder das Wasser, die diesen Bildern Energie verleihen.“ Um die explodierende Action einzufangen, „fotografiere ich mit mindestens 1/1000 Sek. und benutze den Continuous AF-Modus, wobei ich den AF-Bereich mit dem Joystick bewege, um die Verfolgung des Autos zu beginnen“, fährt er fort. „Und obwohl ich nicht der Typ bin, der für einen Job tausende Bilder schießt, benutze ich die Serienaufnahme meiner α 7R IV im Continuous Hi+-Modus. Mit 10 fps kann ich mir die Bilder heraussuchen, auf denen die Räder vom Boden abheben oder das Wasser in die richtige Richtung spritzt. Was auch immer die Action am besten zur Geltung bringt.“
Statische Aufnahmen erfordern eine sorgfältige Komposition und Liebe zum Detail, sagt Uroš. „Natürlich sorgen wir zuerst dafür, dass die Autos sauber sind“, grinst er, „aber kleinere Fehler, die der 61-MP-Sensor meiner Kamera sichtbar macht, können bei der Nachbearbeitung entfernt werden. Wirklich wichtig ist der Hintergrund. Dafür suche ich nach tollen Landschaften in der Wildnis oder schönen alten Gebäuden, die aber nicht ablenken dürfen. Die beiden Motive müssen einander ergänzen, das Auto muss aber der Star bleiben. Daher fotografiere ich mit f/5,6 oder f/8, damit der Hintergrund sichtbar ist, aber nicht dominant wirkt.“
Egal, ob es sich um statische oder Action-Aufnahmen handelt, Uroš fotografiert am liebsten aus einem flachen Winkel, wodurch das Auto in der Szene dominanter wirkt.
„Das bietet auch eine andere Perspektive, die die Leute normalerweise nicht sehen“, erklärt er. „Auch das macht meine Bilder unverwechselbar und hebt sie von der Masse ab.“
Wenn die Sprache auf sein Lieblingsobjektiv kommt, trifft Uroš eine ungewöhnliche Wahl. Und er hat einen weiteren Tipp für angehende Autofotografen. „Für Einsteiger“, erklärt er, „ist es wirklich wichtig, dass Sie kein zu großes Weitwinkelobjektiv verwenden. Sonst wirkt das Auto bei Nahaufnahmen verzerrt und sein Design wird nicht richtig abgebildet. Es muss so aussehen, wie man es mit eigenen Augen sehen würde. Und es muss die Arbeit der Person respektieren, die das Design entworfen hat. Daher gehe ich bei der Vollformatkamera nie unter 35 mm.“
„Mein Lieblingsobjektiv ist das FE 135 mm f/1,8 GM, vor allem für die Actionfotos. Ich benutze außerdem das FE 24-70 mm f/2,8 GM auf meinem zweiten Gehäuse und habe auch das FE 35 mm f/1,4 GM und das FE 85 mm f/1,4 GM dabei. Das 135 mm f1,8 kombiniert aber meines Erachtens eine beeindruckende Schärfe mit einem sehr schönen Bokeh-Effekt und seiner hellen maximalen Blende. Deshalb eignet es sich auch gut bei schlechten Lichtverhältnissen. Mit ihm vermitteln meine Teleaufnahmen ein anderes Feeling als mit einem eher typischen Objektiv, wie einem 70-200 mm. Da es um einen Höhepunkt geht, muss man etwas mehr planen und vorhersehen, wohin sich das Auto bewegen wird. Durch gute Kommunikation mit dem Fahrer bekommt man das aber leicht in den Griff.“
„Es ist keine Arbeit. Es ist Leidenschaft, ja sogar Liebe. Finde heraus, wofür du lebst, wofür dein Herz schlägt. Dann verfolge diese Sache mit ganzem Herzen.“