eisbär schwimmt im meer

Die Arktis schützen

Arturo de Frías

Bei jedem Besuch in Spitzbergen empfindet der preisgekrönte Tierfotograf Arturo de Frías die gleichen vertrauten Gefühle. Da sind die übliche Faszination für die extreme Schönheit des arktischen Archipels und seine Begeisterung für die Tiere, die dort zu Hause sind. Doch immer häufiger schleicht sich auch noch etwas anderes ein. „Es ist ein Gefühl des Verlusts“, meint er, „denn das Schicksal dieses Ortes und seiner Tierwelt hängen an einem seidenen Faden.“

Auf seinen mehr als zwanzig Reisen in die Arktis und Hunderten von weiteren Trips um die ganze Welt, bei denen er bedrohte Arten sowohl über als auch unter Wasser fotografiert hat, ist Arturo schon vielen erstaunlichen Tieren begegnet, doch ein Motiv lässt ihn einfach nicht mehr los: Eisbären. Es ist kein Zufall, dass diese auch zu den am stärksten bedrohten Tierarten gehören. „Es waren die Bären, die mich dazu brachten, etwas in den Bereichen Umwelt und Klimawandel bewegen zu wollen“, erklärt er. „Bis heute hat sich ihre Wirkung auf mich nicht verändert. Jede Begegnung ist etwas Besonderes, doch manche stechen besonders heraus – und ich denke, dass Aufnahmen, die diese Momente festhalten, die Sichtweise der Menschen auf die Welt nachhaltig beeinflussen können.“

eisbär mit eis ums maul © Arturo de Frías | Sony α1 + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/2500s @ f/6.3, ISO 800

Seine jüngste Begegnung mit Eisbären erinnerte Arturo an eines seiner ersten und entscheidendsten Bilder. „Im Mai 2024 leitete ich eine Tour, als wir auf dem Eis einen Bären entdeckten“, berichtet er. „Als wir sahen, dass ihn unsere Anwesenheit weder beunruhigte noch stresste, stoppten wir die Motoren und ließen das Schiff langsam an das Packeis heranfahren. Wir kamen bis auf 40 oder 50 Meter heran und konnten ihn so sehr gut fotografieren. Er reagierte völlig entspannt. Schnell wurde klar, dass er mit uns spielte und eine Show abzog. Er wälzte sich wie ein Welpe im Schnee, stellte sich auf die Hinterbeine, spielte mit dem Eis, spritzte herum ... Es war pure Lebensfreude.“

eisbär mit dem kopf unterm eis © Arturo de Frías | Sony α1 + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/5000s @ f/6.3, ISO 1000

„Es war eine ähnliche Erfahrung, die mich die Kraft der Fotografie erkennen ließ. Im Jahr 2011 gelang mir ein Foto von einem Eisbären, der ins Packeis sprang. Dieses Bild berührte mich so tief, dass ich wusste: ‚Es darf nicht nur auf meinem Computer bleiben; es muss von möglichst vielen Menschen gesehen werden.‘ Und so wurde das Foto das Titelbild meines ersten Buchs. Inzwischen habe ich sieben Bücher veröffentlicht, deren gesamter Erlös meiner Stiftung Sustainable Development zugutekommt. Diese widmet sich der ländlichen Entwicklung, dem Schutz gefährdeter Menschen und der Erhaltung unseres Planeten im Angesicht des Klimawandels.“

eisbär liegt auf einer schelfeisplatte © Arturo de Frías | Sony α1 + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/2000s @ f/6.3, ISO 400

„Orte wie Spitzbergen sind der Brennpunkt des Klimawandels“, erklärt Arturo weiter. „Die Region erwärmt sich zwei- bis dreimal schneller als der Rest des Planeten, weil der Albedo-Effekt verloren geht. Normalerweise wird Sonnenenergie vom Land, insbesondere von Schnee und Eis, zurück ins All reflektiert. Wenn jedoch Gletscher schmelzen und das Meereis verschwindet, wird immer weniger Licht zurückgeworfen. Dies führt dazu, dass die Erde wärmer wird und noch mehr Eis schmilzt. Es ist ein Teufelskreis.“

„Unsere Möglichkeiten, die Natur zu retten, schwinden“, sagt Arturo, und er sieht hier eine klare Parallele zur Tierfotografie: Bestimmte Gelegenheiten, bedeutungsvolle Bilder zu machen, werden nicht mehr lange da sein. „Deshalb ist es entscheidend, die besten fotografischen Werkzeuge zur Verfügung zu haben. Momentan ist die Sony Alpha 1 für mich die beste Wahl. Für Aufnahmen wie die in Spitzbergen nutze ich häufig das FE 200-600mm G-Objektiv. Es bietet mir eine große Flexibilität bei der Wahl des Bildausschnitts und eine hervorragende Schärfe und ist dabei angenehm leicht.“

eisbär schüttelt den kopf © Arturo de Frías | Sony α1 + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/5000s @ f/6.3, ISO 1000

„Für mich sind das herausragende Autofokussystem und die hohe Geschwindigkeit der Kamera entscheidend“, erklärt er weiter. „Wir reisen an diese abgelegenen Orte oder tauchen unter Wasser, um majestätische Haie und Wale zu fotografieren – immer in der Hoffnung auf eine unvergessliche Begegnung. Obwohl solche Reisen aufwendig und kostspielig sind, gibt es oft nur wenige Sekunden, in denen alles perfekt zusammenpasst. Wenn das Motiv nah dran ist und das Licht stimmt, möchte ich, dass das Bild makellos wird. Früher gelang es mir, vielleicht drei oder vier von zwanzig Aufnahmen in diesen flüchtigen Momenten scharf zu bekommen. Mit der Alpha 1 hingegen sind es mindestens neunzehn von zwanzig.“

Die direkten Auswirkungen des Klimawandels mit eigenen Augen zu sehen, hat etwas in Arturo ausgelöst. „Der Aufenthalt in Spitzbergen ist eine der beeindruckendsten und gleichzeitig ernüchterndsten Erfahrungen, die man auf diesem Planeten machen kann. Dort wird der Klimawandel unmittelbar sichtbar. Als ich im April nach einem der kältesten Winter der letzten zwanzig Jahre dort war, war der riesige Isfjord vollständig zugefroren. Doch als ich im Mai zurückkehrte, war das Eis verschwunden. Es ist eine chaotische, außer Kontrolle geratene Situation – und die Eisbären sind mittendrin.“

seitenprofil eines eisbärengesichts © Arturo de Frías | Sony α1 + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/2500s @ f/6.3, ISO 800

„Eisbären sind das Sinnbild des Klimawandels“, sagt Arturo, und es ist wichtig, zu verstehen, warum das so ist. „Sie sind das größte Landraubtier der Erde, enorm stark und beeindruckend, aber gleichzeitig extrem gut an ihre Umwelt angepasst. Das macht ihre Situation sehr speziell. Es ist ihre Schwäche in einer Welt, die sich schneller verändert, als sie sich anpassen können. Es ist bekannt, dass die Jagd für sie immer schwieriger wird, weil das Meereis schwindet. Außerdem hat der Klimawandel Auswirkungen auf die Aufzucht der Jungen durch die Bärinnen.“

„Eisbären bauen ihre Höhlen an Land, wo sie im Herbst ihren Winterschlaf halten. Ihre Jungen werden in diesen Höhlen geboren und bleiben dort, bis sie im Frühjahr herauskommen. Doch das sich nach Norden zurückziehende Meereis zwingt die Bären dazu, immer weiter zu reisen, um Nahrung zu finden. Nach monatelangem Fasten müssen die Mütter dann innerhalb von ein bis zwei Wochen eine Robbe erlegen, sonst droht ihnen und ihren Jungen der Hungertod. Derzeit sind die Populationszahlen noch stabil, doch wenn sich die Bedingungen nicht ändern, wird sich die Lage in ein paar Jahren drastisch verschlechtern.“

eisbär geht auf die kamera zu © Arturo de Frías | Sony α1 + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/2000s @ f/6.3, ISO 400

Das Problem endet jedoch nicht mit dem Verlust einer bedeutenden Art, warnt Arturo. „Wenn das empfindliche Gleichgewicht gestört ist, kann das gesamte Ökosystem schnell kollabieren – und das auf eine Weise, die wir möglicherweise nicht einmal vorhersehen können.“ Der Wert der Fotografie in diesem Zusammenhang ist unbestreitbar: „Jacques Cousteau sagte, dass Menschen nur das schützen, was sie lieben, und nur das lieben, was sie kennen. Mithilfe der Fotografie können wir die Menschen aufklären, ihnen die Schönheit der Natur zeigen und sie dazu ermutigen, das zu schützen, was bedroht ist.“

Mit den Erlösen aus seinen Fotobüchern, die Hunderttausende von Euro einbringen, unterstützt Arturo Wiederherstellungsprojekte weltweit. Er hofft, so immer mehr Menschen dazu zu bewegen, sich als Hüter der Natur zu engagieren – so wie er es selbst getan hat. „Kinder lieben die Natur instinktiv, doch diese Begeisterung kann im Laufe der Zeit schwinden. Die Fotografie hat die Fähigkeit, diese Faszination neu zu entfachen. Wenn wir verstehen, dass das, was wir lieben, bedroht ist, erscheinen die notwendigen Opfer, die wir als Gesellschaft bringen müssen, um unsere Welt zu schützen, in einem anderen Licht.“

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