Porträts mit Leuchtkraft

Hannah Couzens

„Ich bin bekannt dafür, sehr dunkle, fast farblose Fotos zu machen“, sagt die britische Porträtfotografin Hannah Couzens. Mit der Sony Alpha 1 II und dem FE 85 mm f/1.4 GM II hat Hannah jedoch vor Kurzem eine Reihe markanter Porträts aufgenommen, bei denen die Kleidung der Porträtierten mit den intensiven Farben des Hintergrunds harmoniert. „Normalerweise entsättige ich viele meiner Bilder, aber diesmal wollte ich das genaue Gegenteil erreichen.“

porträt einer frau in roter kleidung © Hannah Couzens | Sony α1 II + FE 85mm f/1.4 GM II | 1/125s @ f/8.0, ISO 100

Hannah produzierte das gesamte Shooting selbst, wählte die Modelle, die Kleidung und die Hintergrundfarben aus. „Jeder Mensch hat entweder einen warmen oder einen kühlen Teint. Bei der Auswahl des Hintergrunds berücksichtige ich sogar die jeweilige Haar- und Augenfarbe. Es ist ein sehr interessantes Experiment, alle Lichtelemente unverändert zu lassen, nur die Hintergrundfarbe zu ändern und dann zu beobachten, wie sich das auf das Porträt auswirkt.“

Diese Technik der Farbabstimmung, bei der die Kleidung der Porträtierten an den Hintergrund angepasst wird, steht in direktem Widerspruch zu der traditionellen Empfehlung, das Motiv durch kontrastierende oder komplementäre Farben vom Hintergrund abzuheben. „Gerade am Anfang folgt man automatisch diesem Instinkt“, sagt Hannah, „aber ich finde, dass die Farbabstimmung die Aufmerksamkeit mehr auf die Person und ihr Gesicht lenkt und den Rest des Bildes in den Hintergrund rückt.“

porträt eines mannes in gelber weste © Hannah Couzens | Sony α1 II + FE 85mm f/1.4 GM II | 1/125s @ f/8.0, ISO 100

Häufig wird bei der Farbabstimmung fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Motiv und Hintergrund einfach ineinander übergehen. Es gibt aber nicht nur farbliche Möglichkeiten, Motiv und Hintergrund voneinander zu trennen, sondern z. B. auch durch die Beleuchtung. Hannah gelingt dies meisterhaft durch die Kombination verschiedener Lichtquellen, die sowohl auf das Modell als auch auf den Hintergrund gerichtet sind. Neben dem Hauptreflektor, dem silbernen Beauty Dish, der das Modell beleuchtet, verwendete sie zwei Lichtleisten auf beiden Seiten des Modells. „Die beiden Lichtleisten hatten Gitter, sodass das Licht auf das Modell fiel und nicht auf den gesamten Hintergrund gestreut wurde. Ziel ist es, einen sehr subtilen Lichtakzent an den Rändern des Gesichts, der Haare und der Kleidung des Modells zu setzen. Mit ihrer sehr geringen Leistung erzeugen sie gerade genug Glanzlichter, um das Modell vom Hintergrund abzuheben.“

modell in grünem kleid in einem studio © Hannah Couzens

Hannahs letzte Lichtquelle ist ein Expertentipp, um den Hintergrund stark zu sättigen. „Das Licht wird bei jeder Aufnahme hinter dem Motiv platziert, um den Hintergrund zu beleuchten. Auf das Licht habe ich ein farbiges Gel aufgetragen, das auf die Hintergrundfarbe abgestimmt ist. Auf diese Weise wird vermieden, dass die Szene mit weißem Licht überflutet wird und weiße Glanzlichter entstehen, während der Hintergrund eine starke Sättigung bekommt.“

porträt einer frau in einem grünen kleid © Hannah Couzens | Sony α1 II + FE 85mm f/1.4 GM II | 1/125s @ f/10, ISO 100

Beim Shooting verwendete Hannah zum ersten Mal das Sony 85 mm f/1.4 GM II Objektiv. „Ursprünglich sollte die Serie aus Gesichtsporträts bestehen“, erzählt sie, „aber als das erste Modell positioniert war und ich die Komposition sah, wurde mir klar, dass ich lieber weitere Aufnahmen machen wollte. Die meisten Leute hätten an dieser Stelle vielleicht zu einem 50-mm-Objektiv gegriffen, aber ich hatte genug Platz, um beim Fotografieren etwas mehr Abstand zu halten. Mir gefällt, wie das 85-mm-Objektiv den Rahmen ausfüllt und mir die Möglichkeit gibt, sowohl ein Porträt als auch ein etwas weiteres Halbporträt zu machen. Man sieht etwas mehr vom Hintergrund, aber die Person steht immer noch klar im Mittelpunkt des Bildes.“

modell in einem roten kleid in einem studio © Hannah Couzens

Das ursprüngliche 85mm GM ist seit Jahren Hannahs bevorzugtes Objektiv für Porträts, und sie bemerkte sofort einen deutlichen Unterschied, als sie das neue Objektiv benutzte. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Fokussierung schneller sein könnte als bei meinem üblichen Objektiv, aber sie ist unglaublich präzise und schnell! Das Objektiv ist leichter, liegt gut in der Hand und ist wirklich einfach zu bedienen. Da ich beim Fotografieren gerne nah an mein Motiv herangehe, muss ich auf Verzerrungen achten. Ich möchte, dass meine Porträts so realistisch wie möglich aussehen, deshalb fand ich die 85-mm-Brennweite immer fantastisch. Sie ermöglicht nicht nur einen angenehmen Arbeitsabstand zwischen mir und dem Modell, ich muss auch nur ein wenig zurücktreten, wenn ich die Bildkomposition ändern möchte, ohne das Objektiv wechseln oder mir Gedanken über Verzerrungen machen zu müssen. Es ist ein sehr vielseitiges Porträtobjektiv.“

modell in gelbem oberteil in einem studio © Hannah Couzens

In den letzten Jahren hat sich Hannahs Arbeitsweise durch Kameras wie ihre bewährte Sony Alpha 7R IV und Alpha 1 verändert: „Ich benutze jetzt immer den Autofokus mit Augenerkennung, den ich nicht mehr missen möchte“, verrät sie. „Bei Porträts müssen die Augen scharf sein, und mit dem Augen-Autofokus können das Modell und ich einen guten Rhythmus finden. Wir können die Seiten wechseln und verschiedene Perspektiven ausprobieren, und ich muss mir keine Sorgen machen, denn der Autofokus fokussiert immer das Auge, das mir am nächsten ist – genau so, wie ich es selbst auch machen würde.“

„Wenn am Set alles so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe, ist das ein tolles Gefühl. Ich lasse mich mitreißen und habe viel Spaß beim Fotografieren. Und dann weiß ich plötzlich: Das war’s, jetzt habe ich genau das Bild, das ich haben wollte.“

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Hannah Couzens

Hannah Couzens | UK

„Wenn man jemanden porträtiert, gibt es einen Moment, in dem eine Verbindung entsteht und das Modell sich öffnet. Dann entsteht ein Bild, das die wahre Persönlichkeit einfängt.“

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