Als Fotograf Martin Krolop die Sony Alpha 9 III in die Hände bekam, nahm er sich vor, ihre Leistung mit seiner Sony Blitzausrüstung bis aufs Äußerste auszureizen.
„Ich wollte Porträts in Situationen mit extremem Licht aufnehmen. Und ich wollte das Potenzial des Sensors und des Global Shutter der Alpha 9 III voll ausnutzen“, sagt Martin.
Für diejenigen, die mit dem Begriff nicht vertraut sind: Bei einem Global Shutter (zu Deutsch „globaler Verschluss“) werden alle Pixelzeilen auf dem Sensor gleichzeitig ausgelesen und nicht wie bei den meisten Sensoren Zeile für Zeile. Dies ermöglicht die Verwendung extrem kurzer Verschlusszeiten, ohne dass das Bild von Bewegungseffekten beeinträchtigt wird. Die hohe Geschwindigkeit ist ideal für Sportfotografen, doch Martin wollte herausfinden, was überdies mit einem Blitzgerät möglich ist. Normalerweise wird die maximale Verschlusszeit, bei der ein Blitz verwendet werden kann, durch die mechanischen Verschlusslamellen der Kamera auf etwa 1/250stel Sekunde begrenzt. Überschreitet man die maximale Verschlusszeit, sind das Licht des Blitzes und der mechanische Verschluss nicht synchron, was einen schwarzen Streifen auf dem Bild zur Folge hat. Mit dem elektronischen globalen Verschluss gibt es dieses Problem nicht. Dadurch sind mit der Alpha 9 III und den neuesten Blitzgeräten von Sony Blitzaufnahmen mit einer unglaublichen Verschlusszeit von bis zu einer 1/80.000stel Sekunde möglich.
Martin demonstrierte die starke Leistung der Alpha 9 III und des Sony Blitzsystems, indem er eine Serie von Modeporträts mit geringer Tiefenschärfe bei sehr hellem Sonnenlicht fotografierte. Früher hätte man für diese Art von Aufnahmen eine große, schwere Studioblitzanlage benötigt, was die Auswahl geeigneter Locations einschränkte, insbesondere wenn man allein unterwegs war.
„Mit Blitzgeräten wie dem Sony HVL-F60RM2 kann ich Aufnahmen machen, für die ich sonst größere Studioblitzköpfe und schwere Akkus gebraucht habe. Das ist ein echter Vorteil. Ich packe einfach mein Blitzgerät in den Rucksack und mache Porträts an Orten, wo mir eigentlich ein ganzes Team von Leuten beim Tragen helfen müsste.“
Die Physik hinter all dem ist kompliziert. Doch der superschnelle Blitz und seine Leistung im Verhältnis zum Sonnenlicht für den winzigen Bruchteil einer Sekunde machen diese Art von Fotos möglich.
„Wir versuchen immer, gegen die Sonne anzukämpfen. Wir belichten bei Tageslicht unter und leuchten dann das Modell mithilfe des Blitzes aus. Einige sagen vielleicht, dass sie Fotos, die mit einer großen Blende in hellem Sonnenlicht aufgenommen wurden, schon oft gesehen haben – und das stimmt auch. Aber sie haben noch keine Fotos gesehen, die mit einem kleinen, auf der Kamera angebrachten Blitz aufgenommen wurden.“
Martins Ausrüstung bestand aus einer Alpha 9 III und zwei Sony HVL-F60RM2, obwohl er normalerweise nur mit einem Blitzgerät arbeitet, das er in eine große Softbox eines anderen Herstellers einsetzt. Der Blitz wird auf einem Beleuchtungsstativ montiert, das er einige Meter vom Motiv entfernt aufstellt. Ausgelöst wird er mit der Sony FA-WRC1M Funkfernbedienung, die an seiner Alpha 9 III befestigt ist.
Mit diesen Verschlusszeiten können Porträtfotografen wie Martin für eine schöne, geringe Tiefenschärfe mit einer großen Blende fotografieren und die Verschlusszeit so anpassen, dass selbst im hellen Licht der Mittagssonne der Himmel dunkel ist und die Wolken noch Details aufweisen. Dann wird das Motiv mithilfe des Blitzes ausgeleuchtet.
Um zu zeigen, wie das funktioniert, nahm Martin sein kleines Blitzgerät in die Vulkanlandschaft des Pico del Teide mit und fotografierte im hellen Sonnenlicht ein Model im Hochzeitskleid.
„Normalerweise muss man bei einem solchen Shooting genau abwägen, was man einpackt – und man muss dabei Kompromisse eingehen. In diesem Fall konnte ich jedoch größere Softboxen als gewöhnlich mitnehmen, weil wir statt Studioblitzköpfen die Sony Blitzgeräte dabeihatten und so eine Menge Gewicht sparen konnten. Das nächste Mal will ich sogar noch eine Schippe drauflegen und einen 3,5 x 3,5 m großen Diffusor mitnehmen“, sagt Martin.
Martin nutzt die Sonne als sekundäre Lichtquelle. Dabei positioniert er sein Motiv dort, wo die Sonne als Lichtquelle dienen soll. „Es ist ein wunderschönes Licht. Die Sonne beleuchtet die Konturen und das Haar des Models, doch das Gesicht ist völlig dunkel. Es wird lediglich durch den Blitz ausgeleuchtet“, erklärt Martin.
Fotografen können nicht nur bei Modeaufnahmen kreativer werden, sie profitieren auch noch anderweitig von der Leistung der Alpha 9 III und dem Sony Blitzgerät. Die kleine Ausrüstung und die Leistung des Global Shutter der Alpha 9 III eröffnen Hochzeitsfotografen und allen, die an schwer zugänglichen Orten arbeiten, neue kreative Möglichkeiten.
„Man kann den Blitz auf unterschiedlichste Weise einsetzen, um kreative Fotos zu machen“, sagt Martin. „Man kann das Licht von der Wand oder der Decke reflektieren, damit es natürlich wirkt, oder man kann eine Softbox, ein Gitter, Gobos oder farbige Gele verwenden – alles ist möglich! Bei Blitzaufnahmen geht es um das Potenzial. Man kann seiner eigenen Ästhetik Ausdruck verleihen. Für mich ist der Blitz in Sachen Kreativität das Nonplusultra der technischen Möglichkeiten.“