paar sitzt einander zugewandt vor einem weißen hintergrund

Einfachheit und Emotion

Nemanja Maraš

Es ist vielleicht die reinste Form der Porträtfotografie: ein einfaches Motiv vor einem schlichten weißen Hintergrund. Einige der berühmtesten Porträts wurden auf diese sehr elementare Weise aufgenommen. Dabei sorgt die Einfachheit dafür, dass die Aufmerksamkeit nicht auf der Umgebung oder dem Hintergrund liegt, sondern auf dem Motiv.

portrait eines mannes mit sonnenbrille

© Nemanja Maraš | Sony α7C + FE 55mm f/1.8 ZA | 1/125s @ f/3.2, ISO 400

„Im Moment habe ich das Gefühl, dass Schwarz-Weiß DAS Ausdrucksmittel für mich ist“, sagt der serbische Fotograf Nemanja Maraš. „Vor fünf oder sechs Jahren habe ich es gehasst, vor weißem Hintergrund zu fotografieren. Wenn man mir sagte, dass ich im Studio arbeiten müsste, dachte ich: ‚Oh, das wird langweilig.‘ Doch vielleicht brauchten die Projekte an sich einfach etwas mehr – mehr als den weißen Hintergrund.“

seitliches porträt einer frau mit sonnenbrille

© Nemanja Maraš | Sony α7C + FE 55mm f/1.8 ZA | 1/250s @ f/2.5, ISO 500

Heute denkt Nemanja anders über Studio-Shootings vor weißem Hintergrund. In letzter Zeit arbeitet er an einer Porträtreihe, bei der er Menschen aus seinem Bekanntenkreis mit seiner Sony Alpha 7C ablichtet. Seine Motive wählt er danach aus, ob er etwas in ihnen sieht, das er interessant findet. „Wenn ich ein Porträt von jemandem machen möchte, dann nicht aufgrund seiner Schönheit oder seiner Kleidung. Die Personen besitzen etwas, das ich interessant finde und das ich mit der Kamera einfangen möchte.“

porträt von zwei nebeneinander stehenden männern

© Nemanja Maraš | Sony α7C + FE 85mm f/1.8 | 1/100s @ f/11, ISO 1250

Die Einfachheit von Schwarz-Weiß-Aufnahmen vor einem weißen Hintergrund gibt Nemanja die Möglichkeit, sich auf den Charakter und die Emotionen seines Motivs zu konzentrieren. „Ich mag den Minimalismus und die Klarheit eines weißen Hintergrunds in Kombination mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen – so gibt es keine Ablenkungen.“

Die Philosophie, alles einfach zu halten, gilt auch für die von Nemanja verwendeten Kameras, Objektive und Beleuchtungsmittel. In der Regel beleuchtet er das Gesicht des Motivs mit einem einzigen Blitz durch einen großen weißen Schirm. „Manchmal benutze ich zwei Hintergrundlichter, um den Hintergrund komplett weiß zu halten, doch manchmal bin ich auch ein bisschen faul und mache mir nicht extra die Mühe“, gibt er offen zu. „Ich bevorzuge ein weiches, einfaches Licht, denn so kann ich mich auf die Person konzentrieren. Ich möchte, dass ihr Gesicht ihre Geschichte erzählt.“

porträt eines älteren mannes mit zurückgekämmtem haar

© Nemanja Maraš | Sony α7C + FE 85mm f/1.8 | 1/100s @ f/11, ISO 1250

Nemanja fotografiert mit der Sony Alpha 7C und stellt die Kamera so ein, dass sie in Schwarz-Weiß aufnimmt. So kann er sehen, wie das Bild aussehen wird, noch bevor er den Auslöser drückt. Die Sony Alpha 7C mag für die Aufnahme von Studioporträts ein wenig seltsam erscheinen, doch Nemanja liebt den schlanken Messsucherstil der Kamera.

„Vielleicht liegt es daran, dass ich in meiner Jugend immer davon geträumt habe, eine teure Messsucherkamera zu besitzen – so wie manche gerne eine Rolex hätten. Ich mag es, wie sich die Alpha 7C in meiner Hand anfühlt. Sie ist wie eine kleine Kompaktkamera, die mir die nötige Bewegungsfreiheit lässt.“

Wir alle wissen, dass die meisten Fotografen bei Porträtaufnahmen eine Brennweite von 85 mm bevorzugen, doch Nemanja gefällt die Perspektive des Sony FE 55mm f/1.8 ZA besser. Im Studio erweist es sich als intimeres Objektiv, mit dem er näher an der jeweiligen Person sein und eine Beziehung zu ihr aufbauen kann. Kommunikation ist für das Endergebnis das A und O.

porträt eines mannes, der auf einem stuhl sitzt

© Nemanja Maraš | Sony α7C + FE 55mm f/1.8 ZA | 1/250s @ f/2.5, ISO 500

„Wenn ich keine klare Vorstellung von einem Bild habe, arbeite ich einfach mit dem Motiv und bitte es, sich zu bewegen, während ich fotografiere. Wenn ich etwas sehe, das mir gefällt, sage ich ‚Das ist toll!‘ und bitte die Person, zurückzugehen oder die Pose zu halten. Dann nehme ich leichte Anpassungen vor – wie ein Maler, der eine Skizze anfertigt.“

Ein weiteres Objektiv, das Nemanja gern mit seiner Sony Alpha 7C kombiniert, ist das 24mm f/2.8 G. Dank seiner geringen Größe passt es perfekt zur Alpha 7C und dank der Weitwinkelbrennweite kann er mit der Perspektive spielen.

frau mit sonnenbrille sitzt auf einem stuhl

© Nemanja Maraš | Sony α7C + FE 24mm f/2.8 G | 1/320s @ f/2.8, ISO 640

„Ich habe ein Foto eines Mädchens im schwarzen Anzug, das auf einem Stuhl sitzt. Ich habe es mit dem 24-mm-Objektiv aufgenommen. Es zeichnet interessante Linien, die den Blick auf ihr Gesicht lenken, und bringt eine gewisse Kreativität in das Bild, ohne dass der Körper des Motivs völlig verzerrt wird.“

Die unkonventionelle Komposition einiger Bilder ist sehr bewusst gewählt. Nemanja meidet konventionelle Regeln und verlässt sich stattdessen auf seinen Instinkt für das, was einfach gut aussieht.

frau in weißem oberteil

© Nemanja Maraš | Sony α7C + FE 55mm f/1.8 ZA | 1/125s @ f/2.8, ISO 400

„Man sagt, man müsse die Regeln lernen, damit man sie brechen kann. Manchmal schneide ich das Bild so zu, dass es sich unangenehm anfühlt – aber auf eine gute Weise. So kann die Kunst am besten für sich selbst sprechen“, erklärt er. „Kunst sollte den Menschen Unbehagen bereiten, dann setzt sie in uns einen Prozess in Gang. Manchmal platziere ich die Personen aber auch bequem in der Bildmitte – es kommt ganz darauf an, was mein Instinkt mir sagt.“

ältere frau mit hut

© Nemanja Maraš | Sony α7C + FE 55mm f/1.8 ZA | 1/250s @ f/2.8, ISO 640

Indem er seinen Instinkten folgt, kann Nemanja Schwarz-Weiß-Porträts in seinem eigenen Stil anfertigen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was andere über seine Bilder denken könnten. „Ich glaube, jeder hat schon einmal etwas in Schwarz-Weiß fotografiert, doch wenn man seinem Instinkt folgt und neue Ideen ausprobiert, findet man einen Weg, daraus etwas Eigenes zu machen.“

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Nemanja Maraš

Nemanja Maraš | Serbia

„Das menschliche Unterbewusstsein, das Gesicht hinter der Maske, ist das, was mich am meisten interessiert“

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