Was war der Funke oder die Inspiration für diesen Kurzfilm?
Als ich sechs Jahre alt war, liebte ich ein Spiel, das mein Vater für ziemlich gefährlich hielt. Für mich war es jedoch fast magisch: Ich legte Tücher und Stoffe über Lampen und beobachtete, wie sich die Farben des Lichts veränderten und wie es heller oder dunkler wurde. Letztlich stoppte mein Vater mein Spiel aus Sorge um mein Wohlergehen, schenkte mir aber stattdessen bunte Glühbirnen. Ich bewahrte sie auf und entdeckte sie zwanzig Jahre später in einer Schachtel im Haus meiner Großmutter wieder. Viel Zeit war vergangen, doch ihr Leuchten war noch genauso wie damals – und vielleicht war auch ich es: Als ich sie wieder einschaltete, spürte ich dasselbe Staunen und dieselbe Faszination wie damals als Kind. Das war der Funke, mit dem meine Geschichte begann.
Diese Geschichte handelt von der herzlichen Geste zweier Enkelkinder – einem Kameramann und einem Choreografen –, die ihrer neunzigjährigen Großmutter eine Freude bereiten wollen. Es ist eine einfache, aber emotionale und ehrliche Erzählung. Die Frau, die Sie auf dem Bildschirm sehen, ist tatsächlich meine Großmutter – und ja, sie ist wirklich neunzig Jahre alt. Ihr Lebenstraum war es, Schauspielerin zu werden. Da sie meine Leidenschaften immer unterstützt hat, wollte ich eine Geschichte über sie erzählen. Unsere Verbindung ist sehr tief, und genau wie sie es mir vorgelebt hat, habe ich stets versucht, das Außergewöhnliche im Gewöhnlichen zu sehen: die stille Großzügigkeit, wenn wir teilen, was wir lieben, und die einzigartige Gabe, die jeder von uns in sich trägt und nutzen kann, um anderen eine Freude zu bereiten. Als ich in ihrem Haus auf diese alten Glühbirnen stieß, sah ich meine Großmutter ganz genau so, wie sie im Film zu sehen ist: still am Fenster sitzend, von leiser Melancholie umgeben. In diesem Moment fragte ich mich: Was kann ich tun, um ihre Welt ein bisschen zu erhellen?
Wie hat sich die Idee vom Konzept zum Drehbuch entwickelt? Hatte die Kamera selbst Einfluss auf die Geschichte?
Als ich begann, die Geschichte zu schreiben, wusste ich sofort, dass ich meine Großmutter und meinen Freund Samuele, einen talentierten Choreografen und Tänzer, einbeziehen wollte. Aufgrund des hohen Alters meiner Großmutter war mir klar, dass der gesamte Dreh in ihrem Haus stattfinden müsste. Das inspirierte mich, die Magie von Performance und Kino in diesen intimen Raum zu bringen. Denn das Filmemachen beginnt oft genau so: mit der Familie, zu Hause, wo die Menschen, die uns am nächsten stehen, zu den ersten Darstellern unserer frühesten Geschichten werden.
Die Kamera selbst spielte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Geschichte, nicht zuletzt wegen ihres neuen Designs und ihrer vorgesehenen Nutzung. Aus meinem filmischen Hintergrund vermisse ich manchmal die Erfahrung, direkt durch einen Sucher zu schauen, statt auf einen Monitor zu blicken. Diese besondere Intimität – ein stilles Eintauchen, das entsteht, wenn man das Auge an den Sucher legt. Dieses Gefühl, das durch den neu gestalteten elektronischen Sucher dieser Kamera wiederbelebt wurde, weckte die Idee, dass man durch das Objektiv Wunder und Fantasie erahnen kann – die Art von Vision, die in Tagträumen lebt. Passenderweise war die letzte Zeile des Films tatsächlich das Allererste, was ich geschrieben habe.
Was war die größte Herausforderung während der Produktion – und wie hat das Equipment dabei geholfen, sie zu meistern?
Wir arbeiteten unter engem Zeitplan und standen vor unterschiedlichen Herausforderungen. Ich habe versucht, mich in die Lage derjenigen zu versetzen, die gerade erst mit dem Filmemachen beginnen – oder schon mittendrin sind und dabei oft alles allein stemmen müssen, wie eine echte One-Man-Band: Schauspieler, Szenenbildner, Kostümbildner, Produzent und Regisseur in einer Person.Trotzdem habe ich der Kreativität nie Grenzen gesetzt – und würde das auch nie tun. Mit dieser Geschichte wollte ich ein Gefühl von Freiheit vermitteln, den Wunsch, der Natur nahe zu sein und dem Trubel der Stadt zu entkommen. Ich hatte eine Szene vor Augen, die komplett auf dem Fahrrad gedreht wird. Im wahrsten Sinne des Wortes während der Fahrt.
Das ist mir mit dieser neuen Kamera gelungen. Ich brauchte weder einen Stabilisator noch einen Griff oder sonstige zusätzliche Ausrüstung – ich hatte wirklich nur die Kamera in meinen Händen und den Dynamic-Active-Modus aktiviert.
Haben bestimmte Funktionen der Kamera dazu beigetragen, einen besonderen Look oder eine bestimmte Stimmung zu erzeugen?
Die Ergonomie der Kamera war entscheidend, denn sie ermöglichte es mir, dynamische Szenen zu drehen und mich mühelos in engen, unbequemen Räumen zu bewegen. Eines meiner Ziele war es, eine Szene buchstäblich in einem Baum zu drehen – und genau das ist mir gelungen.
Das kleine Theaterstück im Film spielt nicht in einem Studio oder auf einem großen, nachgebauten Set, sondern im tatsächlichen Wohnzimmer meiner Großmutter, einem realen, gelebten Raum. Dank der kompakten und manövrierfähigen Kamera konnte ich mich erstaunlich leicht zwischen den improvisierten Vorhängen, Requisiten … und meiner Großmutter bewegen, die alles genau im Auge behielt und sogar einige originelle und kreative Vorschläge einbrachte.
Ich wollte das Gefühl echten Handwerks im Filmemachen einfangen – etwas Persönliches, das von Hand geschaffen wurde. Ich hoffe, dass mir mit der leichten Vintage-Ästhetik der Kamera ein märchenhafter, natürlicher Ton gelungen ist: die ehrlichste Seele dieser Geschichte.
Wie hat sich die Kamera bei schwierigen Bedingungen bewährt, z. B. bei schwachem Licht, schnellen Bewegungen oder bei Außenaufnahmen?
Die Kamera hat mich immer wieder beeindruckt: Der doppelte Basis-ISO-Wert von 800 und 4000 funktioniert reibungslos – das Filmmaterial ist bei beiden Einstellungen sauber und rauschfrei, und der Wechsel zwischen ihnen verläuft fließend und effizient.
Der Sucher ist bei Sonnenlicht im Freien hervorragend, und das Display überzeugt mit hoher Genauigkeit, lebendigen Farben, ausgezeichneter Helligkeit und beeindruckender Farbwiedergabe.
Ich habe die Kamera an der Küste bei rauem Wetter in ländlicher Umgebung getestet, und sie funktionierte einwandfrei.
Haben die Ergonomie oder der Formfaktor der FX-Serie die Regie- oder Kameraentscheidungen beeinflusst?
Da ich aus einem Umfeld komme, in dem ich mit traditionellen, oft großen und unhandlichen Kino-Setups gearbeitet habe, machte ich mir anfangs Sorgen über die räumlichen Einschränkungen und die Manövrierfähigkeit. Doch das kompakte Design der FX2 hat diese Bedenken schnell ausgeräumt: Ich konnte alles, was ich brauchte, in einem kleinen Rucksack transportieren. Die Ergonomie ist so gut durchdacht, dass ich keine zusätzlichen Tools oder Zubehör benötigte. Die Kamera in meinen Händen war völlig ausreichend.
Ich habe ganz alltägliche Gegenstände – eine Vase, einen Tisch oder was gerade in der Nähe war – als improvisierte Hilfsmittel bei der Wahl des Bildausschnitts verwendet. So konnte ich je nach Szene fließend zwischen eher komponierten, filmischen Aufnahmen und natürlicheren, spontanen Setups wechseln. Die Schauspielerin hatte dadurch auch nicht das Gefühl, gefilmt zu werden, was zu einer entspannteren und authentischeren Atmosphäre am Set beitrug.
Welche Objektive, Mikrofone und Rig-Setups kamen bei der Verwendung mit der FX Kamera zum Einsatz? Haben sie neue visuelle Möglichkeiten eröffnet?
Ich habe das gesamte Spektrum der Sony-Objektive voll ausgeschöpft. Das Ultraweitwinkelobjektiv FE 16-25mm F/2.8 G ermöglichte es mir, mich in enge Räume zu zwängen oder auf einem schmalen Steg am Meer weite Nahaufnahmen zu machen.
Um die Subjekte in eine verträumte, magische Atmosphäre zu tauchen, den Hintergrund weichzuzeichnen und ein Gefühl visueller Poesie zu erzeugen, griff ich auf das FE 35mm F/1.4 GM und das FE 85mm F/1.4 GM II zurück. Mit dem FE 70-200mm F/2.8 GM OSS II erzielte ich bei engeren Nahaufnahmen und Point-of-View-Shots eindrucksvolle und intime Ergebnisse.
Beim Filmen mit Blendenwerten zwischen f/1.4 und f/2.8 haben mich die Helligkeit und Schärfe der Objektive beeindruckt. Sie sind klar, leicht und bieten dennoch einen wunderbar filmischen Look, der den beeindruckenden Dynamikumfang der Kamera optimal ergänzt. Da das Projekt ohne Dialog oder Ton auskam, verzichtete ich auf Mikrofon und oberen Handgriff und filmte stattdessen mit der Kamera in ihrer unverfälschten Form – genau so, wie sie konzipiert wurde. Für meine Anforderungen bei dieser Gelegenheit war das die perfekte Lösung.
Gab es Aufnahmen oder Szenen, die Sie mit einer anderen Kamera nicht hätten realisieren können?
Der Funktionsumfang dieser Kamera hat mir nicht nur eine breite Palette technischer Möglichkeiten eröffnet, sondern mich während des gesamten kreativen Prozesses auch inspiriert.
Für mich ist die Verbindung zu dem Werkzeug entscheidend, mit dem man der Fantasie zum Leben erweckt. Natürlich berücksichtigt man bei der Wahl einer Kamera die technischen Daten, aber meiner Meinung nach ist auch das Gefühl, das sie einem vermittelt, ein wichtiger Aspekt.
Diese neue Kamera gibt einem ein echtes Gefühl kreativer Freiheit. Eine Einstellung, die ich mir vorgestellt hatte – eine Nahaufnahme des Schauspielers, während wir auf einer holprigen Landstraße Fahrrad fahren – hätte ich nicht so einfach umsetzen können. Sehen Sie sich das Ergebnis an und ich bin mir sicher, dass Sie mein Gefühl von Zufriedenheit und Staunen nachempfinden werden, als alles zusammenkam.
Wie haben die Bildqualität und Colour Science zur Stimmung Ihres Films beigetragen?
Die Bildqualität und Colour Science der FX-Serie übertrafen meine Erwartungen. Als Filmemacher, der sowohl satte Hell-Dunkel-Kontraste als auch weiche, entsättigte filmische Töne schätzt, war ich beeindruckt davon, wie die Kamera eine breite Palette visueller Stile meistert. Das Filmmaterial bot eine bemerkenswerte Flexibilität in der Postproduktion, sodass ich verschiedene Looks nahtlos miteinander kombinieren konnte – obwohl selbst die direkt aus der Kamera gelieferten Dateien außergewöhnliche Ergebnisse boten.
Die Schärfe, Textur und feinen Details sind wirklich herausragend. Die hochwertigen Log-Dateien bieten einen beeindruckenden Spielraum für das Grading und sorgen für einen zuverlässigen Workflow in der Nachbearbeitung. Technisch gesehen entsprechen der Dynamikumfang und die Colour Science voll den professionellen Standards der FX-Serie von Sony und erinnern oft an die Eigenschaften der hochwertigen Cinema Line von Sony.
Was sollen die Zuschauer aus diesem Film mitnehmen?
Ich hoffe, dass die Zuschauer den ehrlichen, schlichten und herzlichen Geist dieses kleinen Films spüren werden. Ich würde mich freuen, wenn er dazu anregt, an die Menschen zu denken, die einem wichtig sind – und sie vielleicht sogar in ein kreatives Projekt einzubeziehen.
Oft verbringen wir so viel Zeit fernab von zu Hause, eingespannt in unsere Arbeit mit ständig wechselnden Teams, dass wir diejenigen aus den Augen verlieren, die uns schon am längsten zur Seite stehen – und die vielleicht nicht für immer bei uns sein werden. Ein erster Schritt könnte sein, eine längst in einer Schublade vergessene Geschichte wieder zum Leben zu erwecken. Öffnen Sie die Schublade. Lassen Sie den Traum frei. Erzählen Sie diese Geschichte.
Wie sehen Sie die Rolle neuer Werkzeuge wie der FX Kamera für die Zukunft des unabhängigen Filmemachens und des Kurzfilms?
Ich glaube fest an die Macht der Fantasie und an die Kunst, aus wenig etwas Großes und Bedeutungsvolles zu schaffen. Für mich liegt wahre Schönheit in Einzigartigkeit und Vielfalt – im gesamten Farbspektrum. Heutzutage ist es nicht einfach, authentisch zu sein. Das erfordert Mut und Energie.
Zum Glück ist die Energie, die in den Augen und Herzen all jener leuchtet, die einen Traum in sich tragen, so stark, dass sie fast unaufhaltsam scheint. Und doch stoßen wir alle manchmal an unsere Grenzen.
Darum glaube ich, dass diese Kamera für unabhängige Filmemacher, Kameraleute oder Filmstudenten mehr sein kann als nur ein Werkzeug. Sie kann eine Art Erinnerungshilfe sein, ein Begleiter, ein treuer Verbündeter. Fast wie ein Talisman, den man auf seinem Weg mitnimmt. Neue Werkzeuge führen immer zu neuen Zielen, und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Sehen Sie allem, was auf Sie zukommt, mit sanften Augen entgegen. Lernen Sie, die Welt mit dem linken Auge so zu sehen, wie sie ist, und mit dem rechten Auge so, wie Sie sie sich wünschen. Öffnen Sie dann beide Augen und versuchen Sie, diese beiden Visionen miteinander zu verschmelzen. Akzeptieren Sie Ihre Einzigartigkeit. Umgeben Sie sich mit einer Gruppe von Freunden, mit anderen Kreativen, mit denen Sie Ihre Zeit verbringen, und experimentieren Sie so viel wie möglich.
Letztlich ist der ehrlichste Rat, den ich geben kann, vielleicht genau das, was ich von meiner lieben Großmutter gelernt habe:
„Schließe deine Augen und träume. Oder träume mit weit geöffneten Augen.“