In der Musikbranche kann man mit viel Leidenschaft und Begeisterung sehr weit kommen, und wenn man dann noch Talent hat, sind dem eigenen Potenzial keine Grenzen gesetzt. Dass Ralph Larmann all diese Eigenschaften sowohl in der Musik als auch in der Fotografie verkörpert, ist beeindruckend. Obwohl er nie selbst auf den Bühnen der Stadien stand, die er heute fotografiert, haben ihn seine Hingabe und seine Begeisterung für das Thema zu einem der größten Namen in der Musikfotografie gemacht.
Im Laufe seiner Karriere hat Ralph einige der größten Bands der Welt fotografiert und Bildbände über Tourneen und Bühnendesign veröffentlicht. Seinen Erfolg führt er auf seine große Liebe zur Musik zurück. „Sie ist meine erste Liebe“, sagt er, „und ich spiele Schlagzeug, seit ich neun Jahre alt bin. Mit 13 fing ich an, Schlagzeugunterricht in der Musikschule zu nehmen, habe Bands gemanagt und selber in Bands gespielt, Musik produziert und unterrichte noch immer einmal pro Woche Schlagzeug. Die Musik war schon immer ein Teil meines Lebens und diese Wurzeln möchte ich niemals aufgeben.“
Als er mit 19 Jahren für Musikmagazine schrieb, traf er eine grundlegende Entscheidung: Er wollte die Bands, die er traf, selbst fotografieren. „So habe ich mit der Fotografie angefangen“, erzählt er, „und meine Leidenschaft für die Musik hat jedes Bild inspiriert. Ich machte eine Serie über Tourneen und fotografierte die Ausrüstung von Bands wie Kiss, den Rolling Stones und Oasis, ihre Instrumente und Verstärker ... Dann fotografierte ich die üblichen drei oder vier Songs zu Beginn eines Sets. So begann ich, meinen eigenen Stil zu entwickeln.“
Ralphs Arbeit konzentriert sich auf die Energie und die Emotionen einer Live-Performance. „Das perfekte Bild muss die volle Dynamik vermitteln, als wäre man selbst vor Ort“, erklärt er. „Es lebt von der Pose des Performers, der Beleuchtung, der Art und Weise, wie er von der Bühne eingerahmt ist, und ich persönlich möchte auch das Publikum sehen. Wir reden hier von Livemusik, also sollte der Betrachter auch das Gefühl haben, mittendrin zu sein, und den wummernden Bass in der Brust spüren.“
Ralphs Arbeit beim letzten Eurovision Song Contest ist ein perfektes Beispiel dafür. „Ich habe den Eurovision Song Contest mittlerweile 18 Mal fotografiert“, lächelt er, „und das große Finale hat die beeindruckendste Energie, die man sich vorstellen kann. Für mich sind es die Olympischen Spiele der Musik – einfach großartig. Die Menschen, der Spaß, 40 Nationen, die die Musik feiern ... Es ist einfach fantastisch!“
„Man muss das Publikum mit dem Geschehen auf der Bühne in Berührung bringen“, erklärt er, „denn das Publikum und das Bühnenbild sind Teil der Show. Die Performer sind sich dessen bewusst, und Fotografen sollten es auch sein.“ Oft wählt er einen breiten Bildausschnitt, um neben den Performern auch die gebannten Gesichter der Fans, den aufwendigen Bühnenaufbau, die Beleuchtung und die Pyrotechnik einzufangen. Bei den größten Events verlässt sich Ralph auf bis zu acht Sony Alpha 1 Kameras.
„Es ist unglaublich, auf welch vielfältige Weise mir diese Kameras helfen“, sagt er. „Beim Eurovision Song Contest hatte ich vier Alpha 1 Modelle zur Hand, um mithilfe von Objektiven mit Festbrennweite wie dem FE 14mm f/1.8 GM und dem FE 35mm f/1.4 GM Remote-Aufnahmen zu machen. Dazu kamen vier Kameras, die ich bei Aufnahmen auf der Bühne dabei hatte, mit Zoomobjektiven wie dem FE 12-24mm f/2.8 GM und dem FE 24-70mm f/2.8 GM II.“
„Ich benutze den Zeitraffermodus für Remote-Aufnahmen, weil es bei Konzerten viele Interferenzen gibt und man sich nicht auf ein Funksignal verlassen kann“, erklärt er. „An neuen Veranstaltungsorten fange ich früh an und suche mir die besten Plätze, um eine Kamera aufzubauen. Ich habe viel Erfahrung, was am besten funktioniert, aber es hängt von der Art der Show, den Lichtverhältnissen, der Größe des Veranstaltungsortes und der Art der Bühne ab. Zum Glück habe ich viele Hilfsmittel für die Befestigung der Kameras, zum Beispiel spezielle Halterungen und viele handgefertigte Stative – eins davon ist 13 Meter hoch!“
Weitwinkelaufnahmen bringen andere Herausforderungen mit sich, die Ralph ebenfalls mit der Alpha 1 meistert. „Der Dynamikumfang ist ein großes Problem, weil die Bühnenbeleuchtung und die Pyrotechnik so hell und unvorhersehbar sind“, fährt er fort. „Es gibt Feuer, Laser, Rauch, wilde Schwankungen der Farbtemperatur ... Deshalb verlasse ich mich auf die brillanten 14-Bit-RAW-Dateien der Kamera, um bei der Bearbeitung die bestmögliche Qualität zu erzielen. Ich bearbeite jedes Bild einzeln, da keine zwei Bilder die gleiche Beleuchtung haben, aber dank des Burst-Modus der Alpha 1 mit 30 Bildern pro Sekunde kann ich genau den Moment auswählen, der mir gefällt.“
Auch die erstaunliche Auflösung der Kamera von 50 Megapixeln ist ihm wichtig, um seine Eindrücke von Konzerten und Shows zu vermitteln. „Dank dieser hohen Pixelzahl kann ich riesige Abzüge von zwei Metern Größe zu machen, die den Betrachter vollends in das Live-Erlebnis der Musik eintauchen lassen“, sagt er. „So können auch sie sich ganz in diesem Moment verlieren.“
Und wie sieht es mit Ralphs eigener Energie aus? „Davon habe ich reichlich“, lacht er, „denn Aufnahmen wie beim Eurovision Song Contest empfinde ich nie als Arbeit. Aber man muss mit seiner Energie vorsichtig umgehen. Sie muss in die richtige Richtung gehen, deshalb sollte man immer das machen, was man wirklich liebt. Wenn ich meine Sony-Ausrüstung zur Musikfotografie benutze, weiß ich, dass ich am richtigen Ort bin, und ich spüre, wie diese Energie direkt zu mir zurückkommt.“
„Für mich geht es darum, in meinen Fotografien die Magie des Moments zum Leben zu erwecken.“