Bildfokus

Cristiano Ostinelli | Brutale Schönheit

Woran denken Sie, wenn Sie sich eine italienische Landschaft vorstellen? Den meisten Menschen würden dabei strahlender Sonnenschein, kühles azurblaues Wasser, warme Terrakotta-Dachziegel und beruhigende grüne Schirmkiefern in den Sinn kommen. Aber Italiens Landschaft ist mehr als das – sie ist auch wild, seismisch und dramatisch. „An Orten wie dem Belice-Tal auf Sizilien kann das Land rau und von der Gewalt der Erde vernarbt sein“, erklärt Cristiano Ostinelli. „1968 zerstörte ein Erdbeben die Stadt Gibellina und andere Siedlungen in der Gegend vollständig und machte bis zu hunderttausend Menschen obdachlos.“ „In den 1980er-Jahren“, fährt er fort, „schuf ein Künstler namens Alberto Burri eine Reihe von Installationen, die von den Ruinen der Stadt inspiriert waren. Die größte davon, Cretto di Burri (zu Deutsch „Riss von Burri“), ist ein riesiges Bauwerk aus Zementblöcken und Kanälen, das den ursprünglichen Straßenlinien folgt und wie eine Welle über den Hang läuft.“ An Orten wie diesem findet Cristiano einige der größten Inspirationen für seine Porträt-Fotografie. „Weil das Monument und die umliegende Landschaft so rau sind, liebe ich es, Modelle darin zu platzieren. Es entsteht ein Kontrast zwischen der brutalen Umgebung und der Weichheit und Schönheit des Motivs und seiner Kleidung. In dieser Aufnahme haben wir eine lebende Person an einem Ort, der seit einem halben Jahrhundert unbewohnt und verlassen ist. Das haucht ihm wieder Leben ein.“ Neben dem kontextuellen Kontrast steckt Cristianos Bild auch voll von echtem Licht und Schatten. „Der bewölkte, stürmische Himmel half dabei, genau das Gefühl zu erzeugen, das ich wollte“, sagt er, „und ich verstärkte es noch, indem ich das natürliche Licht unterbelichtete und das Motiv mit Blitzlicht ausleuchtete.“

braut gegen eine wand gelehnt mit stürmischem himmel im hintergrund © Cristiano Ostinelli | Sony α9 III + FE 12-24mm f/2.8 GM | 1/4000s @ f/3.5, ISO 250

Mithilfe der Belichtungskompensation seiner Sony α 9 III reduzierte er das Licht auf -2,3 EV und verringerte die Verschlusszeit auf 1/4000 Sekunde bei f/3,5. „Dadurch wird der Himmel viel dunkler, während das Blitzlicht zum hellsten Element wird“, erklärt Cristiano. „Das gelingt mir aber nur dank des globalen Verschlusses der α 9 III. Dadurch kann ich das Blitzlicht mit jeder beliebigen Verschlusszeit kombinieren, sodass ich auch bei hellem Licht mit großen Blendenöffnungen arbeiten kann. Kameras mit normalen Verschlusszeiten sind auf Geschwindigkeiten von 1/250 Sekunden beschränkt oder müssen Blitzlicht mit sehr schneller Synchronisierung verwenden, das nicht stark genug ist, um den Sonnenschein zu überstrahlen.“ Um die Dramatik der Szene mit seinem Motiv abstimmen zu können, entschied sich Cristiano außerdem für das FE 12-24 mm f/2.8 GM Objektiv. „Ich liebe dieses Objektiv, weil es einer Szene echten Kontext geben kann“, erklärt er, „auch wenn es – wie jedes Ultra-Weitwinkel-Objektiv – für Porträts mit Bedacht verwendet werden muss. Tritt man einen Schritt zu nahe oder platziert das Motiv zu nahe an den Rand, wird es durch die Perspektive unnatürlich gedehnt. Außerdem muss man es gerade halten, nicht geneigt. Aber wenn man es richtig macht, ist das eine fantastische Möglichkeit, eine Person in einer Landschaft zu inszenieren.“ „Ich fotografiere größtenteils Hochzeiten“, erklärt Cristiano abschließend, „und obwohl ich auch dabei kreativ sein kann, bietet ein persönliches Projekt wie dieses mir die Chance, meinen Ideen komplett freien Lauf lassen und zu improvisieren. Eine Kamera wie die α 9 III ist dabei unverzichtbar.“

Vorgestellte Produkte

Cristiano Ostinelli

Für α Universe-Newsletter registrieren

Glückwunsch! Sie haben sich erfolgreich für den α Universe-Newsletter angemeldet.

Geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Entschuldigung! Es ist etwas schief gelaufen.

Glückwunsch! Sie haben sich erfolgreich angemeldet.