ein Bär in der Morgensonne

Gemeinsam besser

Magnus Lundgren und Staffan Widstrand

Tief in der unberührten finnischen Wildnis geschieht täglich etwas Erstaunliches. Von Waldverstecken aus können Besucher eurasischen Wölfen und Braunbären begegnen. In dieser Entfernung, fast zum Greifen nah, ist ein Gefühl des Staunens unvermeidlich.

Nahaufnahme eines großen Braunbären © Magnus Lundgren | Sony α1 + FE 100-400mm f/4.5-5.6 GM OSS | 1/400s @ f/5.0, ISO 1600

Der Tierfotograf und Naturschützer Magnus Lundgren kennt dieses Gefühl gut. „Es ist unglaublich, dort mit den Bären und Wölfen zusammen zu sein“, erinnert er sich, „vor allem, weil sich der Ort so sehr wie ein Zuhause anfühlt. Diese Raubtiere so nah zu sehen, stellt eine tiefe Verbindung zur Natur her, die viele Menschen verloren oder vergessen haben. Es ist auch eine Erinnerung an unser Erbe als Europäer. Das hier sind unsere Löwen, unsere Leoparden, und wir müssen sie respektieren und feiern.“ Diese Erfahrung und viele andere ähnliche Abenteuer teilt Magnus' langjähriger Mitarbeiter, Staffan Widstrand, ebenfalls Spezialist für Naturfotografie mit über 35 Jahren Erfahrung. Gemeinsam haben sie die Mission, Meinungen über Europas Fleischfresser zu ändern und diese Tiere zu erhalten. „Das ist nichts, worüber die Leute viel nachdenken“, fügt Staffan hinzu, „aber neben dem gemeinsamen kulturellen Erbe, das uns jeden Tag überall umgibt, wie Architektur, Musik und Sprache, gibt es auch das Naturerbe. Dazu gehört das Geräusch der Vögel im Frühling, der Geruch des Waldes oder das Färben der Blätter. Denken Sie einmal an das Gefühl, wenn Sie ein Eichhörnchen, ein Kaninchen oder ein Reh sehen. Die Begegnung mit Raubtieren ist ähnlich, nur auf einer höheren Ebene.“

majestätischer Wolf läuft über ein Feld © Magnus Lundgren | Sony α1 + FE 600mm f/4 GM OSS | 1/1600s @ f/5.0, ISO 125

Nachdem sie an mehreren Projekten zusammengearbeitet haben, darunter „Wild Wonders of Europe“ und „Wild Wonders of China“, beginnen die beiden nun ein neues Projekt namens „Living Side by Side“. Ihre früheren Werke sollten den Menschen ein besseres Verständnis ihres Naturerbes vermitteln. Das neue Projekt geht noch einen Schritt weiter und erzählt Geschichten von Gemeinschaften, die ohne Probleme Seite an Seite mit Raubtieren leben. „Bei den ‚Wild Wonders’-Projekten ging es um Bildung und Verbindung“, fährt Staffan fort, „und während dieser Projekte haben wir unsere gemeinsame Leidenschaft und unser Engagement erkannt. Wir haben viele andere Fotografen engagiert, um diese Projekte zu verwirklichen, und konnten durch die emotionale Kraft der Fotografie Veränderungen herbeiführen. Die richtigen Bilder können den Menschen bewusst machen, dass es in ihren eigenen Ländern erstaunliche Tiere gibt. Und wenn man erst einmal eine emotionale Verbindung zur Tierwelt hat, ist es wahrscheinlicher, dass man sie auch respektiert oder bewahrt.“ Jetzt soll Living Side by Side die Entscheidungsträger in der EU beeinflussen, den „streng geschützten“ Status der europäischen Großraubtiere beizubehalten oder zu verbessern und eine wildtierfreundlichere Agenda zu fördern. „Der Schwerpunkt liegt auf der Suche nach Gemeinsamkeiten und Koexistenz“, erklärt Magnus. „Unser Projekt wird Erfolgsgeschichten präsentieren, um Europas führende Wildtierorganisationen bei ihren Bemühungen um den Schutz unserer großen Raubtiere zu unterstützen.“

Nahaufnahme eines Luchses © Staffan Widstrand | Sony α1 + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/500s @ f/5.0, ISO 3200

Tatsache ist, dass sich die Aussichten für Europas Großraubtiere trotz jahrelanger erfolgreicher Wiederansiedlung und Erhaltungsmaßnahmen verschlechtern. Es gab bereits Herabstufungen des Schutzstatus für Wölfe, und Bären oder Luchse könnten als nächstes dran sein. Aber Staffan und Magnus glauben, dass ein positives Bild des Zusammenlebens Herzen und Köpfe gewinnen und den Trend umkehren kann. „Wir stellen fest, dass sich ein Großteil der Berichterstattung um Probleme dreht, anstatt um Lösungen und Chancen“, sagt Staffan. „Wir wollen eine andere Seite zeigen. Warum sind diese Raubtiere gut für die Natur? Wie sorgen sie für die Regulierung und Verbesserung der Ökosysteme? Welche Maßnahmen sind erfolgreich, wenn man in ihrer Nähe lebt?“ „Es geht vor allem um Bildung“, fährt Magnus fort. „Wir müssen darüber sprechen, wie die Koexistenz am besten funktioniert. In Schweden haben wir als Bevölkerung vergessen, wie es ist, Wölfe in der Nähe zu haben. Einst haben wir sie alle erschossen und sie kehren erst jetzt zurück. Also können die Leute noch gar nicht wissen, wie sie mit ihnen leben sollen. Und auch nicht, wie sie Konflikte minimieren können, indem sie Schutzhunde, Zauntechnologien und staatliche Zuschüsse richtig nutzen. Außerdem müssen sie ihren Umgang mit Nutztierherden anpassen.“

ein Luchs trägt ein kleines Tier zwischen den Zähnen © Staffan Widstrand | Sony α1 + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/1000s @ f/2.8, ISO 3200

Ein Vorteil zeigt sich durch die Tierbeobachtung. „Ein weiterer wichtiger Aspekt unseres Besuchs der Bären und Wölfe in Finnland war es, den effektiven Wildtiertourismus in Europa zu erleben“, sagt Magnus. „Man erkennt sofort die Vorteile, wenn solche Tiere in der Nähe leben. Es wirkt sich zum Beispiel auf das Einkommen und die Beschäftigungszahlen aus. Die Menschen kommen aus ganz Europa, um die Tiere zu beobachten.“ „An vielen Orten auf der ganzen Welt gibt es die gleiche Entwicklung“, fährt Staffan fort. „Ob Löwen, Elefanten, Gorillas oder hier in Europa Bären, Luchse und Wölfe, symbolträchtige Wildtiere werden für die lokale Wirtschaft immer wertvoller. Es ziehen immer mehr Menschen vom Land weg, und ein Grund dafür ist der Mangel an Chancen. Aber Wildtiere können dazu beitragen, Arbeitsplätze zu schaffen – Naturführer, Fahrer oder Aufseher. Man muss nur den Wert erkennen.“ Das Projekt umfasst dokumentarische Arbeiten, Filmemachen und Schreiben sowie reine Tierfotografie. „Man könnte also sagen, dass es sich um klassische Reportagearbeit in einer Naturszenerie handelt“, erklärt Staffan. „Wir brauchen die emotionalen Bilder und die Schönheitsaufnahmen der Tiere, aber auch die Geschichten dahinter, um das wahre Zusammenleben zu zeigen.“

Ein Vielfraß klammert sich an einen Baum © Staffan Widstrand | Sony α1 + FE 600mm f/4 GM OSS | 1/125s @ f/4.0, ISO 25600

„Und die menschliche Seite ist fast noch wichtiger“, fügt Magnus hinzu, „denn nur dort findet man Lösungen. Die Reiseveranstalter und Naturschützer, die Infrastruktur, die sie aufbauen, und die Art und Weise, wie die Menschen diese Begegnungen genießen, führen alle zum Ziel.“ Natürlich ist auch die Zusammenarbeit wichtig. „Für mich ist eins plus eins fünf!“ Staffan lacht: „Das trägt zur Wirkung der Bilder bei, aber durch Zusammenarbeit ist es auch einfacher, Interviews zu führen, sich gegenseitig zu filmen, Angebote zu schreiben oder soziale Medien zu verwalten. Wir machen unsere Aufnahmen meistens getrennt, aber im Hochsommer im Norden, wenn es nicht richtig Nacht wird, ist es auch gut, nicht alleine zu sein. Einer hält Ausschau, während der andere schläft!“ Beim Fotografieren mit Sony α Ausrüstung haben die beiden zahlreiche Vorteile festgestellt. „Für Multimedia-Medien-Projekte ist es ein enormer Vorteil, mit derselben Kamera und denselben Objektiven mühelos zwischen Fotos und Videos wechseln zu können“, sagt Magnus. „Und natürlich bedeuten der Motiv- und der Augenerkennungsmodus sowie die Geschwindigkeit der Aufnahmen viel bessere Erfolgsquoten, egal, ob es um einen Wolf im Wald oder einen Bauern geht, der einen Zaun baut.“

ein Wolf steht an einem Fluss © Magnus Lundgren | Sony α1 + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/1000s @ f/6.3, ISO 2000

„Zu den größten Vorteilen gehören für mich die leisen Modi von Kameras wie der Sony α 1“, berichtet Staffan. „Ich weiß nicht, wie viele Tiere und Vögel ich im Laufe der Jahre mit einem Verschlussgeräusch verscheucht habe. Oder wie viele Chancen mir dadurch entgangen sind. Ich wollte einmal einen Schneeleoparden in China fotografieren, aber nach einem Bild hatte er mich gehört und war weg! Mit der α 1 II hätte ich Fotos und Videos machen können, ohne dass er mich bemerkt hätte.“ Beide loben auch die Teleobjektive von Sony für die Tierfotografie. „Wir arbeiten mit Objektiven wie dem FE 400mm f/2.8 GM OSS und dem FE 600mm f/4 GM OSS. Sie sind mindestens so scharf wie andere, die wir in der Vergangenheit verwendet haben, aber deutlich leichter“, fährt Staffan fort. „Und schon ein paar hundert Gramm weniger können zu schärferen Bildern führen, wenn man lange Objektive schon stundenlang in der Hand gehalten hat.“ Letztendlich ist es die Kraft der Fotografie, Meinungen zu ändern und Vorurteile in Frage zu stellen. Das ist für ein Projekt wie Living Side by Side entscheidend. Da sind sich die beiden einig. „Die richtigen Werte und Einstellungen sind sehr wichtig“, sagt Magnus. „Und wir wissen, dass die meisten Menschen mit etwas Ermutigung stolz auf die ikonischen Raubtiere in ihrer Nähe werden können.“

Bär versteckt sich hinter einem Baum © Magnus Lundgren | Sony α1 + FE 200-600mm f/5.6-6.3 G OSS | 1/200s @ f/6.3, ISO 400

„Eigentlich geht es mehr um das Management von Menschen als um das der Wildtiere“, schließt Staffan. „Wir wollen, dass die Menschen ihr Naturerbe lieben. Es gibt dazu keine perfekte Lösung, aber es gibt Möglichkeiten, das besser hinzubekommen. Man muss vieles nur erst sehen, um zu realisieren, dass es wirklich da ist.“

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Staffan Widstrand

Staffan Widstrand | Sweden

„Ich liebe einfach die Wunder der unberührten Natur und ich finde die wundervollen Ausdrucksformen vieler verschiedener menschlicher Kulturen ausgesprochen anziehend.“
Magnus Lundgren

Magnus Lundgren | Sweden

Für mich geht es um positive Veränderungen. Ein Bild kann den Geist einer Person ansprechen und sein Herz bewegen.

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