Manchmal sind es die einfachsten Dinge, die die besten Geschichten hervorbringen. Diese Prämisse hat sich der portugiesische Filmemacher Vinicius Souza zunutze gemacht, als er gemeinsam mit Spitzenkoch Carlos Duarte einen Film über die Kunst der Zubereitung einer Mahlzeit drehte.
„Im Fokus des Films stand ein traditionelles portugiesisches Gericht mit Kabeljau namens ‚Açorda de Bacalhau‘. Ich wollte Carlos Duarte dabei filmen, wie er das Gericht so spontan wie möglich zubereitet“, erklärt Vinicius.
Vinicius hat den Kurzfilm, der vor allem durch seine Einfachheit besticht, mit einer Sony FX6 Cinema Kamera und einem FE 16-35mm f/2.8 G Master Objektiv gedreht. „Das Setup war extrem einfach: Ich habe mit natürlichem Licht und lediglich einer kleinen Lichtquelle gearbeitet. Sonst gab es nichts – die Sony FX6 hat den Rest erledigt.“
Die Entscheidung für die Sony FX6 fiel Vinicius denkbar leicht, denn die Kamera liefert nicht nur eindrucksvolle Details und Farben, sondern bietet auch einen Formfaktor, der ihm eine sehr natürliche Vorgehensweise ermöglicht. „Ich liebe den Workflow und die Tatsache, dass ich alle Tasten in Reichweite habe. Wenn ich für Zeitlupenaufnahmen von 25 auf 120 Bilder pro Sekunde umschalten möchte, drücke ich einfach die Taste für den S&Q-Modus – das war‘s. Ich brauche keine Menüs aufzurufen.“
„Der Formfaktor gefällt mir also sehr gut“, fährt Vinicius fort. „Früher habe ich mit einer größeren Cinema-Kamera mit einem eher DSLR-ähnlichen Formfaktor gedreht. Das war nichts für mich. Bei der FX6 dagegen würde ich tatsächlich so weit gehen, sie als perfekt zu bezeichnen.“
Die Tatsache, dass in der Sony FX6 wichtige Tools wie ND-Filter integriert sind, ist ein weiterer großer Vorteil für Vinicius‘ Arbeitsweise – und sie erwies sich auch bei diesem Projekt als äußerst nützlich. „Manchmal habe ich Projekte, bei denen es schnell gehen und ich rasch von einer Szene drinnen nach draußen wechseln muss. Für diese Art von Aufnahmen sind die eingebauten ND-Filter besonders hilfreich. Auch für solche Arbeiten ist die Kamera sehr praktisch. Die meisten meiner Sony Objektive haben ein 82-mm-Filtergewinde, doch wenn ich einen Effekt wie diesen bei Carlos Duarte erzielen möchte, nutze ich auch andere Objektive mit viel größeren Gewinden. Und die Möglichkeit, die Objektive zu wechseln, ohne verschiedene ND-Filter einsetzen zu müssen, ist überaus praktisch.“
Für das Video hat Vinicius das 16-35mm f/2.8 GM verwendet und ausschließlich bei f/2.8 aufgenommen. Für die Nahaufnahmen in der Totalen hatte die große Blende eine ausreichend geringe Schärfentiefe, um den Hintergrund unscharf zu machen, während die wichtigsten Details im Fokus blieben. „Selbst wenn ich mich vom Motiv entfernte, blieb die Trennung erhalten“, berichtet er.
Bei f/2.8 fällt außerdem genügend Licht in die Kamera, um den Raum hell und modern wirken zu lassen. Eine große Küchenmarke hat einen Ausstellungsraum für den Dreh zur Verfügung gestellt. Daher war es für Vinicius wichtig, die Räumlichkeiten im Video von ihrer besten Seite zu zeigen. Aufgrund der Spontaneität der Aufnahmen wurde das Video praktisch wie ein Dokumentarfilm gedreht, auch wenn es ausgefeilt aussah. Der Koch bereitete das Gericht im Laufe von vier Stunden zweimal zu.
„Er hat gekocht, während ich gedreht habe“, erzählt Vinicius. „Für die weiteren Aufnahmen habe ich den Autofokus benutzt – das AF-Tracking von Sony ist wirklich beeindruckend. Außerdem ist es ein zuverlässiger Begleiter bei Aufnahmen, bei denen das Motiv fast ständig im Bild ist. Für die Nahaufnahmen habe ich alles mit manuellem Fokus aufgenommen. Ich bin es gewohnt, Objektive mit manuellem Fokus zu verwenden, daher ist es für mich kein Problem, die Sony Objektive an der FX6 manuell zu fokussieren.“
„Meine Lieblingsaufnahme ist die, in der er dem Gericht mit einem Ei den letzten Schliff verpasst. Da es sich um eine Nahaufnahme handelt, habe ich die 16-mm-Brennweite verwendet, denn diese ermöglicht einen sehr weiten Winkel. Außerdem sticht das Eigelb in dem sauberen Raum mit den neutralen Farben toll hervor.“
Apropos Farbe: Vinicius hat mit dem S-Log3 Bildprofil gedreht und einige der LUTs ausprobiert, die er schließlich beim endgültigen Schnitt zum Grading des Materials verwendet hat.
„Wir haben hauptsächlich bei natürlichem Licht gedreht, sodass sich die Helligkeit und die Farbe der Szene deutlich verändert haben. Zu Beginn hatte ich natürliches Licht, doch gegen Ende war es schon fast dunkel, weshalb ich die Belichtung im Laufe der Dreharbeiten erhöhen musste. Sogar der Farbton der Szene änderte sich leicht. Doch wenn ich mit der Sony FX6 mit S-Log3 drehe, weiß ich, dass der Dynamikbereich ausreicht, um am Ende ein perfektes Video zu haben.“
Kurzum: Die Sony FX6 wird für Vinicius noch eine Weile die Kamera der Wahl sein. „Die Bildqualität ist unübertroffen. Man erhält einen cineastischen Look and Feel – einfach erstaunlich. Die Sony FX6 ist wahrscheinlich die beste Kamera, mit der ich bislang gedreht habe.“