Die Reise in die Tierfotografie ist für jeden anders, wird aber vom immer gleichen Wunsch angetrieben: Das Ziel für Fotografen ist es, den Tieren, die sie inspirieren, möglichst nahe zu kommen. „Mein eigener Weg war eigentlich eher Zufall“, meint die Tierfotografin Georgia Barker. „Ich bin in Essex geboren und aufgewachsen. Nach meinem Abschluss unternahm ich viele Reisen, lebte sogar eine Zeit lang im Ausland. Tiere liebte ich schon immer, nicht mehr jedoch als der Durchschnittsmensch, und obwohl die Faszination in diesen Jahren wuchs, blühte sie erst so richtig auf, als ich meine erste anständige Kamera bekam und erkannte, wie viele Möglichkeiten es gibt, der Natur näherzukommen.“
Diese Möglichkeiten begannen unweit ihrer Heimat, erinnert sie sich. „Ich hatte Jahre zuvor begonnen, an die Naturschutzorganisation RSPB (Royal Society for the Protection of Birds) zu spenden, machte mir darüber aber nicht allzu viele Gedanken, bis mein Partner und ich eines Tages nach einer Beschäftigung suchten. Da erfuhr ich, dass sich gleich die Straße runter ein Naturschutzgebiet namens RSPB Fowlmere befand. Also gingen wir hin. Es war unglaublich. Ich saß den ganzen Tag in einem Versteck und bemerkte zum ersten Mal in meinem Leben wirklich die Vögel. Ich wollte diese Momente und die damit verbundenen Gefühle festhalten, und von da an nahm alles seinen Lauf.“ Es stimmt, wir alle sehen erstaunliche Aufnahmen von Tieren im Fernsehen oder Bilder im Internet, aber wie Georgia erklärt, haben die Menschen, die diese Bilder aufgenommen haben, dies nicht zufällig getan. „Professionelle Tierfotografen arbeiten hart daran, nahe heranzukommen“, sagt sie, „und ein Naturschutzgebiet zu besuchen, ist ein Schritt in diese Richtung. So gelangt man an einen Ort, an dem eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, etwas Spektakuläres vor die Linse zu bekommen. Auch kann es nicht schaden, von einem Versteck aus zu arbeiten. Aber natürlich gibt es keine Garantie“, gibt sie zu. „Aber das sind Orte, die speziell von Experten eingerichtet wurden, um einem bessere Chancen zu bieten.“ Natürlich gibt es auch Tiere, die man nicht gleich um die Ecke findet. Dann muss man eine Tour unternehmen und Verstecke an weiter entfernten Orten besuchen. „Eine geführte Wildtierbeobachtung ist nur der nächste Schritt nach einem Versteck in einem Naturschutzgebiet zu Hause“, erklärt Georgia, „und genau das habe ich kürzlich getan, um eurasische Braunbären in Rumänien zu fotografieren. Die Tour wurde zusammen mit einem Unternehmen namens Untravelled Paths organisiert und es flossen viel lokales Wissen und Erfahrung ein. Es war ein tolles Erlebnis, und ich hätte es selbst nicht besser planen können. Es war nicht das erste Mal, dass ich Bären sah, denn ich habe eine Zeit lang in Kanada gelebt“, fährt sie fort, „aber es war meine erste Erfahrung mit ihnen als Tierfotografin. Es war beeindruckend und etwas ganz Besonderes, ein Wesen in seinem natürlichen Lebensraum so zu beobachten.“
Das letzte Puzzleteil besteht darin, das richtige Objektiv zu verwenden, sagt Georgia, und um die Bären zu fotografieren, verwendete sie ein Sony FE 400-800mm f/6.3-8 G OSS. „Das 400-800mm ist ein brillantes Objektiv mit unglaublicher Reichweite“, sagt sie. „Es bringt weit entfernte Motive ganz nah heran, und das ist aus zweierlei Gründen wichtig: Zum einen möchte man alle Details des Motivs einfangen, denn nur so lernt man, die Schönheit der Tiere zu schätzen. Noch wichtiger aber ist, dass man so auf Abstand bleiben kann, um nicht zu beeinflussen, wie sich die Tiere verhalten, oder um sie nicht in Gefahr zu bringen. Wenn man bedenkt, wie eine Brennweite von 800 mm die Tierfotografie auf ein höheres Niveau bringen kann, ist dieses Objektiv unglaublich wertvoll“, fährt sie fort. „Und auch in Sachen Schärfe hat es dieses Objektiv in sich. Die Details sind so präzise, dass ich die Haare im Fell der Bären auf meinen Bildern zählen konnte, und all das aus einem Dutzende Meter entfernten Versteck.“
Unterstützt wurde das Objektiv bei dieser Gelegenheit durch das Sony Flaggschiff, die Alpha 1 II, mit der Georgia mühelos im düsteren Wald der Bären arbeiten konnte. „Die Auflösung und die Bildqualität der Alpha 1 II sind außergewöhnlich, weshalb sie sich perfekt für ein derart fantastisches Motiv eignet“, sagt sie. „Es war schon ziemlich dunkel, als sie auftauchten, und ich wollte eine kurze Verschlusszeit nutzen, damit die Details scharf bleiben. Also musste ich die ISO-Werte auf Einstellungen um 1600 erhöhen, aber das war für die Kamera überhaupt kein Problem.“
Ob nahe der Heimat oder in der Ferne – für Georgia brachten ihre Erfahrungen in der Tierfotografie auch Vorteile mit sich, die weit über ihre fantastischen Bilder hinausgehen. „Wir leben in einer Zeit, in wir alle viel zu tun haben und beschäftigt sind“, erklärt sie. „Bei der Beobachtung von Wildtieren aber kann man Ruhe und Frieden finden. Sie lässt uns innehalten und die Welt wertschätzen, und heutzutage gibt es nicht allzu viele Situationen, in denen man dazu Gelegenheit erhält.“ Abschließend meint sie: „Und das Wort ‚Erfahrung‘ spielt dabei eine wichtige Rolle, denn in meinen Augen ist es unmöglich, Vorteile aus der Nähe zur Tierwelt – ob für sich selbst oder für seine Fotos – zu schöpfen, ohne sich physisch in die richtige Position dafür zu bringen. Je näher man kommt, desto mehr Emotionen spürt man, und das ist es, was wirklich zählt.“