Großkatze läuft durch ein Dickicht in der Serengeti

Geschwindigkeit und Flexibilität

Chris Schmid

Mein Name ist Chris Schmid, ich komme aus der Schweiz und habe mich als Fotograf, National Geographic Explorer, Filmemacher und Kameramann auf naturkundliche Aufnahmen an entlegenen Orten spezialisiert, vor allem auf Großkatzen. Mein Hauptziel ist immer dasselbe: mich dem Herzen der Natur anzunähern, um ein Bewusstsein für die Zerbrechlichkeit unserer Erde zu wecken und dazu anzuregen, aktiv zu werden, um sie zu bewahren.

Ich habe mich mit Leib und Seele dem Naturschutz verschrieben und arbeite eng mit WildAid zusammen, einer Umweltschutzorganisation in San Francisco, die die Nachfrage nach illegalen Wildtierprodukten reduzieren möchte. 2019 habe ich „Stay·Wild“ gegründet, einen Online-Shop für Schmuck, der 50 % des erzielten Gewinns an gemeinnützige Organisationen spendet, um so Projekte zum Schutz von Wildtieren zu unterstützen.

Sie gehörten zu den ersten professionellen Fotografen, die die Sony α1 getestet haben. Was waren Ihre ersten Eindrücke und welche Funktionen sind Ihnen besonders aufgefallen?

Als ich das erste Mal von dieser Kamera erfuhr, war ich begeistert von der Möglichkeit, endlich sowohl mit hoher Geschwindigkeit (bis zu 30 FPS) als auch in hoher Auflösung (50 MP) fotografieren zu können – also das Beste aus beiden Welten zu erhalten. Mit der α1 ist endlich eine Kamera erhältlich, die beides ermöglicht, ohne einen Aspekt gegenüber dem anderen zu vernachlässigen. Wenn ich auf Tour gehe, kann ich nicht ständig zu meinem Fahrzeug zurückkehren oder zwei Kameras mit mir herumtragen. Es ist eine wesentliche Verbesserung, dass ich für meine verschiedenen Aufnahmen dieselbe Kamera verwenden kann. Auch das Autofokussystem ist besser geworden. Es funktioniert schon bei anderen Kameras hervorragend, aber bei der α1 ist es erstaunlich schnell. Besonders die Augenerkennung bei Großkatzen ist viel besser als bei den Kameras, die ich bislang verwendet habe. Auch die Videofunktionen sehen hervorragend aus, was wichtig für meine Filme ist.

Großkatze sitzt auf einem Felsen und blickt in die Ferne

© Chris Schmid | Sony α1 + FE 70-200mm f/2.8 GM OSS | 1/800s @ f/4.5, ISO 500

Wie unterstützten diese technologischen Verbesserungen Ihrer Meinung nach Ihren Arbeitsablauf und Ihre Kreativität?

Wie gesagt, eine Kamera, die sowohl schnell als auch in hoher Auflösung fotografieren kann, erleichtert mir die Vorbereitung meiner Aufnahmen. Die α1 bietet sowohl die Geschwindigkeit, die ich brauche, um einen einzigartigen Moment einzufangen, als auch eine ausreichend hohe Auflösung, um das Bild bei Bedarf zu bearbeiten. Das ist vor allem bei schnellen Jagdszenen wichtig, bei denen ich nie weiß, in welche Richtung es weitergeht. Der Dynamikbereich des Sensors ist außerdem wunderbar dafür geeignet, auch bei schwierigen Lichtverhältnissen so viele Details wie möglich zu erfassen. Ein gutes Beispiel dafür sind Aufnahmen im Gegenlicht, die ich besonders liebe. Dabei entstehen sehr kontrastreiche Bilder, die einen großen Dynamikbereich erfordern, damit die Details in Licht- und Schattenbereichen beibehalten werden. Hier bietet die α1 eine bewundernswerte Leistung.

Löwin auf der Pirsch in langem Gras

© Chris Schmid | Sony α1 + FE 400mm f/2.8 GM OSS + 1.4x teleconverter | 1/640s @ f/4.0, ISO 1000

Welche anderen Funktionen sind Ihnen aufgefallen und in welchen Situationen haben Sie sie bemerkt?

Ich war gespannt auf das neue Autofokussystem, besonders den Autofokus mit Augenerkennung für Tiere. Bei früheren Tests hat er mich nicht vollständig überzeugt, aber bei dieser Kamera bin ich von den Verbesserungen begeistert. Jetzt ist es eine Funktion, auf die ich mich ganz und gar verlassen kann. Ich war schon oft in der Situation, dass ich einen Löwen fotografieren wollte, der sich durch langes Gras bewegt. Bei den vorherigen α-Kameras ist der Autofokus manchmal abgewandert und hat stattdessen einen Grashalm vor dem Tier fixiert. Bei der α1 lag der Fokus perfekt auf den Augen des Tieres und es war toll, die Funktion in Aktion zu sehen.

Leopard auf einem Felsen, der seine Zähne zeigt

© Chris Schmid | Sony α1 + FE 400mm f/2.8 GM OSS + 1.4x teleconverter | 1/800s @ f/5.0, ISO 640

Objektive und Zubehör sind weitere wichtige Komponenten beim Fotografieren und Filmen – Welche Objektive und welches Zubehör haben Sie bei Ihrem ersten Test verwendet und warum?

Für diese Aufnahmen habe ich das Sony FE 400 mm f/2.8 GM verwendet, wie für etwa 70 % meiner Bilder. Für einige Aufnahmen habe ich einen 1,4-fach-Konverter hinzugefügt, um die Brennweite gegebenenfalls zu verlängern. Dabei konnte ich keine Beeinträchtigung der Schärfe oder der AF-Geschwindigkeit feststellen. Ich benutze das 400-mm-Objektiv von Sony gerne, weil ich dadurch einen Abstand zu den Tieren wahren kann, damit sie sich ganz natürlich verhalten. Außerdem kann ich mit diesem Objektiv auch einen Teil der Umgebung in meine Bilder aufnehmen. Zusätzlich habe ich mit dem FE 70–200 mm f/2.8 GM und dem FE 100–400 mm f/4.5–5.6 GM fotografiert, um Bilder mit einem etwas weiteren Winkel zu machen, auf denen mehr von der Umgebung zu sehen ist. Außerdem habe ich ein FE 16–35 mm f/2.8 GM verwendet. Mit einem Weitwinkelobjektiv mache ich weniger als 5 % meiner Aufnahmen, aber wenn ich es brauche, dann brauche ich es wirklich und das Ergebnis ist jedes Mal erstaunlich.

Junger Leopard läuft durch langes Gras

© Chris Schmid | Sony α1 + FE 400mm f/2.8 GM OSS + 1.4x teleconverter | 1/1000s @ f/4.0, ISO 640

Welchen Rat würden Sie angehenden Fotografen geben, die Ihrem Vorbild folgen möchten?

Mein wichtigster Tipp wäre, nachzudenken, bevor Sie den Auslöser drücken. Überlegen Sie sich, was für ein Bild Sie von der Szene, die vor Ihnen liegt, machen möchten und welche Wirkung Sie erreichen möchten. Gehen Sie bei Ihrer Arbeit selektiv vor. Wenn Sie die Emotion nicht spüren, sollten Sie den Moment vielleicht besser nur für sich behalten. Fotografieren Sie nicht, um schöne Bilder zu machen, sondern um eine Botschaft und Emotionen zu vermitteln und an den Betrachter weiterzugeben. ⁠

Eine Gruppe junger Löwen, die auf einem Felsen sitzen

© Chris Schmid | Sony α1 + FE 400mm f/2.8 GM OSS + 1.4x teleconverter | 1/640s @ f/5.0, ISO 1250

Möchten Sie noch einige abschließende Worte sagen – einen Dank aussprechen oder unseren Lesern einen letzten Rat geben?

Bleiben Sie sich selbst treu, entwickeln Sie einen eigenen Stil und eine eigene Sichtweise der Welt. Jeder nimmt seine Umwelt auf eine andere Art wahr und Ihre Bilder müssen zeigen, wie Sie die Welt sehen, und nicht die Sichtweise eines anderen darstellen.

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Chris Schmid

Chris Schmid | Switzerland

„Bilder haben Macht. Eine einzige Aufnahme kann eine Emotion festhalten oder ein inneres Gefühl hervorrufen.“

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