Wandel bewirken

Kaisa Lappalainen

„Tu mehr!“ Man kann Tierfotografen keinen besseren Rat geben, und diese Methodik zieht sich wie eine roter Faden durch Kaisa Lappalainens Arbeit. Dazu zählt auch ihr neuestes Projekt, bei dem sie sich mit den Kaltregenwäldern Tasmaniens und deren Bewohnern befasst.

Aber was sollte man mehr tun, und wie? Für Kaisa bedeutet es, geografisch weiter vorzudringen, kreativer zu arbeiten und durch ihre Fotos politisch mehr zu bewirken.

Kaisa Lappalainen Sony α9 Auf den Hinterbeinen sitzendes kleines Säugetier im Urwald

© Kaisa Lappalainen | Sony α9 + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/640s @ f/2.8, ISO 2000

Die erfahrene Safari-Reiseleiterin Kaisa hat eine ganze Reihe von Afrikareisen unternommen und schon mit 15 Jahren mit der Naturfotografie begonnen. Damals verwendete sie eine alte, schon etwas mitgenommene DSLR. Mittlerweile hat sie sich jedoch verbessert und arbeitet seit Neuestem mit der Sony α9.

Nach Tasmanien geführt hat sie allerdings etwas ganz anderes. „Ich bin wegen der Hochzeit von Freunden nach Australien geflogen“, erzählt sie. „Ich dachte mir, wenn ich schon 20 Stunden fliege, sollte ich auch noch etwas anderes unternehmen. Ich war noch nie in Tasmanien gewesen, aber ich fand die Natur dort faszinierend. Es gibt weltweit nur wenige Orte mit diesen Kaltregenwäldern. Das wollte ich mit eigenen Augen sehen und am eigenen Leib erfahren.“

 

Kaisa Lappalainen Sony α9 Kleines Säugetier auf offenem Feld

© Kaisa Lappalainen | Sony α9 + FE 85mm f/1.4 GM | 1/2500s @ f/2.0, ISO 100

Durch die Schwierigkeiten beim Landschaftserhalt hat sich Kaisa Tasmanien sofort verbunden gefühlt. „Tasmanien ist durch die Abholzung stark bedroht“, erklärt sie. „In Finnland haben wir dasselbe Problem: Beide Länder betreiben Forstwirtschaft und stellen Toilettenpapier her! Der große Unterschied besteht darin, dass in Tasmanien Unternehmen kommen und tausend Jahre alte Bäume fällen, um mehr Eukalyptus anpflanzen zu können. Die Wälder unterscheiden sich, aber die Probleme sind dieselben. Ganze Spezies geraten durch den Verlust ihres Lebensraums in Gefahr.“ Kaisa wollte bekannt machen, was in der Region geschieht, und hat sich daher zu diesem Projekt entschlossen.

kaisa-lappalainen-sony-alpha-9-tasmanian-bird-stands-alone-in-an-open-space

© Kaisa Lappalainen | Sony α9 + FE 70-200mm f/2.8 GM OSS | 1/1250s @ f/5.6, ISO 400

Kaisa hat einen eher dokumentarischen, erzählerischen Stil entwickelt, den sie einsetzt, wenn sie visuell eine Botschaft vermitteln möchte. „Es ist wichtig, einen Kontext zu haben“, erzählt sie uns. „So sieht der Betrachter nicht nur die Spezies, sondern auch die Landschaft und ihren Lebensraum.“

Aus diesem Grund kann Kaisa gar nicht genug betonen, wie wichtig es ist, sich nicht allein auf Nahaufnahmen zu konzentrieren. Ihrer Ansicht nach ist das der Fehler, den viele Fotografen machen, wenn sie Tierporträts und Aufnahmen vom Verhalten von Tieren machen.

Kaisa Lappalainen Sony α9 Eine Gruppe tasmanischer Vögel sitzt geduldig im hohen Gras

© Kaisa Lappalainen | Sony α9 + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/320s @ f/2.8, ISO 320

„Ich glaube, Tierfotografen müssen in drei Phasen vorgehen“, erklärt Kaisa. „In der ersten Phase müssen sie so nah wie möglich an das Tier herankommen und das Bild ausfüllen, ähnlich wie bei einem Porträt. Anschließend muss man in der zweiten Phase das Motiv in seiner Umgebung einfangen und ihm einen Bezug geben. In der dritten Phase wird es dann künstlerisch, durch Schwenken oder lange Verschlusszeiten. Das ist dann eher Kunst als Dokumentation. Insgesamt macht diese Abwechslung das Projekt besser.“

Kaisa Lappalainen Sony α9 Ameisenigel sucht den Boden nach Futter ab

© Kaisa Lappalainen | Sony α9 + FE 70-200mm f/2.8 GM OSS | 1/1250s @ f/2.8, ISO 400

Für diese Herangehensweise braucht man viele verschiedene Objektive. Kaisa arbeitet vorwiegend mit drei: dem FE 16-35mm f/2.8 GM, dem FE 70-200mm f/2.8 GM OSS und dem FE 100-400mm f/4.5-5.6 GM OSS. Sie bieten ihr die gesamte Bandbreite von Super-Weitwinkel- bis Super-Teleobjektiven.

„Ich habe gerne alles dabei“, erklärt sie. „Ich habe zwei α9-Kameras, damit es schneller geht. Normalerweise habe ich das 100–400-mm-Objektiv auf der einen und das 70–200-mm-Objektiv auf der anderen. Viele der Aufnahmen aus Tasmanien habe ich allerdings mit dem neuen FE 400mm f/2.8 GM OSS gemacht. Das ist einfach großartig.“

Welche Vorteile hat es also, mehrere Geräte zu verwenden? „Nun“, meint Kaisa, „ich kann viel schneller reagieren, als wenn ich die Objektive auswechseln würde. Tiere sind schnell und können ihr Verhalten unerwartet verändern. Deswegen habe ich oft einfach zu wenig Zeit, um die Linse auszutauschen.“

Kaisa meint jedoch, dass sie nur deswegen mehrere Kameras und Objektive mit sich herumtragen kann, weil sie zu einem kleineren, leichteren Alpha-Kit gewechselt hat. „Selbst das 400-mm-Objektiv, das ja eigentlich eher schwer ist, kann ich jetzt ohne irgendeine Stütze nutzen“, erklärt sie.

Kaisa Lappalainen Sony α 9 Zwei Kängurus kämpfen um die Rangordnung

© Kaisa Lappalainen | Sony α9 + FE 400mm f/2.8 GM OSS | 1/800s @ f/2.8, ISO 1600

„Die Umstellung auf die α9 bedeutete gegenüber meiner alten DSLR einen Riesenfortschritt bei der Leistung“, erzählt Kaisa weiter. „Ich könnte mir nicht vorstellen, wieder zurückzuwechseln, vor allem wegen der Leistung des Autofokus. Der ist für meine Tierfotos einfach unverzichtbar. Ich kann mich absolut darauf verlassen, dass laufende und fliegende Tiere, die ich anvisiere, auch im Fokus bleiben.“

Weiter erzählt sie uns: „Ich nutze den AF-C-Modus mit weitem Fokusbereich, wenn sich die Motive viel bewegen oder nicht vorhersehbar ist, wie sie sich verhalten werden. Bei Porträts wechsle ich allerdings in den AF-S-Modus mit schmalem Fokusbereich. Das Tolle dabei ist, dass man direkt Reinzoomen kann, um zu prüfen, ob der richtige Bereich scharfgestellt ist. Wenn ich heute mit Gruppen von Personen unterwegs bin, die eine DSLR verwenden, gelingen mir immer die Aufnahmen, die ihnen misslingen.“

Was erhofft Kaisa sich von ihrem Projekt?

„Letztendlich geht es darum, dass die Menschen einsehen, dass ihre Handlungen irgendwann Konsequenzen nach sich ziehen. Wir müssen erkennen, dass die Probleme – egal, ob vor unserer Haustür oder am anderen Ende der Welt – die gleichen sind. Wir haben diesen wunderschönen Landschaften, aber sie werden verschwinden, wenn wir unser Verhalten nicht ändern.“

Produkte in diesem Artikel

ILCE-9

α9 mit mehrschichtigem Vollformat-CMOS-Sensor

ILCE-9

SEL70200GM

FE 70–200 mm F2,8 GM OSS

SEL70200GM

SEL400F28GM

FE 400 mm F2,8 GM OSS

SEL400F28GM

SEL85F14GM

FE 85 mm F1,4 GM

SEL85F14GM

Kaisa Lappalainen
Alpha Universe

Kaisa Lappalainen

Finnland

Das Fotografieren gefährdeter Arten in ihren natürlichen Lebensräumen ist für mich ein entscheidender Antrieb. Ich weiß, dass kommende Generationen die Tiere oder deren Lebensräume möglicherweise nicht mehr erleben werden. Deshalb ist es so wichtig, Bilder von unserem herrlichen Planeten und seinen unterschiedlichen Lebensräumen zu zeigen.

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