In einer Eishöhle sitzender Mann

Tiefgekühlt

Tolis Fragoudis

„Man spricht nicht mehr, man will nicht mehr laut sein, man wird einfach stiller. Man empfindet stummen Respekt und Bewunderung für die Schönheit der Natur.“ So erlebt Tolis Fragoudis die verborgenen Eishöhlen des Schweizer Roseggletschers, die er im Laufe der letzten zehn Jahre aufgesucht und fotografiert hat.

Mann über einer Eishöhle vor der Sonne stehend

© Tolis Fragoudis | Sony α7R II + FE 16-35mm f/4 ZA OSS | 1/320s @ f/10, ISO 64

Drei Stunden durch Tiefschnee und über einen zugefrorenen See führte die Wanderung zu den Eishöhlen. Am Gletscherende des Tals waren die Temperaturen auf -25 °C gesunken. „Es ist sehr anstrengend, dorthin zu gelangen“, lacht er. „Mit Schneeschuhen und einem Schlitten für die Ausrüstung, weil ich nicht nur mit einer Kamera und einem Objektiv unterwegs bin, wenn ich so etwas mache!“ Für seinen Plan, Standbilder und Videos aufzunehmen, nahm Tolis drei Kameras mit: die α 7S II, α 7R III und die α 7R II. Dazu die Objektive: 12-24 mm f/4 G, 16-35 mm f/2,8 GM, 24-70 mm f/2,8 GM und 70-200 mm f/2,8 GM OSS. Außerdem ein Gimbal, eine Drohne und weitere Sicherheitsausrüstung, wie Seile und Proviant.

Im Innern einer blauen Eishöhle

© Tolis Fragoudis | Sony α7R III + FE 12-24mm f/4 G | 1/320s @ f/4.5, ISO 100

Dank der geringeren Größe und des geringeren Gewichts der Sony α Gehäuse reisen Fotografen wie Tolis entweder mit leichterem Gepäck oder mit mehr Ausrüstung. „Im Vergleich zu DSLRs sind diese Kameras wirklich leicht“, erklärt uns Tolis, „was letztlich bedeutet, dass jemand wie ich, der gerne sehr viel Ausrüstung dabei hat, sogar noch mehr mitnehmen kann! Ich nehme definitiv sowohl Standbilder als auch Videos auf. Daher ist es für mich absolut sinnvoll, die α S und R Gehäuse zu kombinieren.“ Und er erklärt weiter, dass „diese Kameras auch weitere Vorteile bieten. Zum Beispiel musste ich die meisten Bilder mit der α 7R III in den Höhlen mit hohen Werten für Auflösung und Dynamikbereich und langen Belichtungszeiten aufnehmen. Außerdem habe ich die α 7S II dank des großartigen ISO-Rauschverhaltens an den dunkelsten Orten mit der Hand geführt.“

Blick zum Himmel aus einer blauen Eishöhle

© Tolis Fragoudis | Sony α7R II + FE 16-35mm f/4 ZA OSS | 1/5000s @ f/4.0, ISO 80

Dass die herausfordernden Bedingungen seiner Kameras gar nichts anhaben konnten, erzählt Tolis, und dass es in Wahrheit immer das menschliche Ende dieser Beziehung ist, das zuerst einfriert. „Wir haben hier in der Schweiz ein Sprichwort“, erklärt er lachend, „es besagt, dass es keine Kälte gibt – nur schlechte Kleidung. Minus 20 ºC sind hier oben normal. Wenn man aber vorbereitet ist, stellt das kein Problem dar. Die Batterien sind bei diesen Temperaturen schneller leer, aber man kann ja ein paar mehr einpacken. Die Kameras funktionieren perfekt. Das wirkliche Problem sind die Finger!“ Wenn man es einmal geschafft hat, diese unglaublichen Orte zu erreichen, kommt es beim Festhalten ihrer jenseitigen Schönheit und der lebendigen Farben des Eises einfach nur noch auf die Grundlagen an – eine gute Komposition und die passende Belichtung, erklärt uns Tolis.

„Das ist natürlich eine außergewöhnliche Umgebung, aber wie bei einer Landschaft, muss man das Beste aus dem Licht und den Linien der Szene machen. Man muss daran denken, dass es sich auch hierbei um Wasser handelt, genau wie bei einem Bergsee. Wasser reagiert unterschiedlich auf Licht, abhängig vom Blickwinkel und der Tageszeit. Würde man sich hinsetzen und das Eis den ganzen Tag beobachten, würden völlig unterschiedliche Farben auftauchen, die von blau zu grün changieren – direkt vor unseren Augen.“
Blick aus einer Eishöhle mit Sonnenstern

© Tolis Fragoudis | Sony α7R II + FE 16-35mm f/4 ZA OSS | 1/800s @ f/8.0, ISO 50

Um in den dunkleren Höhlen das Beste aus der Farbe herauszuholen, verwendet Tolis längere Belichtungszeiten. Dabei nutzt er das spärliche Licht, das durch das Eis gefiltert oder von der Höhlenöffnung reflektiert wird. „Ich fotografiere nur handgeführt“, erklärt er. „Ich benutze auch oft Graufilter, um die Belichtungszeit zu verlängern, und nehme alle Bilder im RAW-Format auf. Je länger die Belichtungszeit ist, desto mehr Daten enthält ein Foto. Wie man bei diesem Bild sehen kann, ist es reichhaltiger und tiefer und man kann bei der Nachbearbeitung diese verblüffenden Farben und Töne herausheben. Wenn ich Aufnahmen mache, bin ich in Gedanken bereits dabei, mir vorzustellen, wie ich das Beste aus diesen intensiven Szenen machen kann.“

Im Innern einer blauen Eishöhle mit strukturierter Decke

© Tolis Fragoudis | Sony α7R II + FE 16-35mm f/4 ZA OSS | 1/5s @ f/4.0, ISO 320

„Die Schönheit dieser Orte macht wirklich süchtig“, schließt Tolis ab. „Durch die Bewegung der Gletscher und das Auftauen und erneute Gefrieren sehen die Formationen bei jedem Besuch völlig anders aus. Einfach verblüffend.“

„Aber genau wie der Gletscher selbst, verschwinden auch unentwegt die Möglichkeiten, diese Höhlen zu sehen“, sagt er mit traurigem Achselzucken. „Ich habe kürzlich versucht, dorthin zurückzukehren. Wegen der Lawinen war es aber zu gefährlich. Lawinen sind in den Alpen natürlich nichts Besonderes. Durch die globale Erderwärmung treten sie aber immer häufiger auf. In ein paar Jahren wird es den Gletscher, die darunter liegenden Brücken und Höhlen womöglich nicht mehr geben und wir werden zu ihren letzten Zeugen gehören. Ich werde aber für immer dankbar sein, dass ich dort war.“

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Tolis Fragoudis

Tolis Fragoudis | Schweiz

„Mein einziges Ziel ist es, mein Leben mit vollem Potential zu leben.“

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