Hinter der Linse 

Luigi Baldelli

Es ist schon merkwürdig, dass Luigi Baldelli als Kind eigentlich Arzt werden wollte, bis er vor über 30 Jahren einmal eine Kamera in die Hand nahm. Gut, vielleicht ist es weniger merkwürdig, wenn man bedenkt, dass er die meiste Zeit über Konflikte in von Kriegen heimgesuchten Ländern wie Syrien, Afghanistan und Sierra Leone fotografisch dokumentiert hat. Vielleicht ist es ja auf eine gewisse Weise sogar irgendwie heilsam, wenn er das Leid der Menschen, denen er in diesen Ländern begegnet ist, einem breiten Publikum bewusst macht.

Er begann seine Laufbahn 1987 als angestellter Fotograf bei der italienischen Agentur Contrasto. Später wechselte er zu einer anderen Agentur, Grazia Neri, und machte sich 2001 schließlich selbstständig. 

Luigi Baldelli
© Luigi Baldelli | Sony NEX-7 + 18–55 mm f/3,5–5,6 | 1/15 Sek. @ f/3,5, ISO 800

„Mir gefällt die Vorstellung, dass meine Bilder immer auch eine Geschichte erzählen und dass meine Gefühle beim Fotografieren bis zum Betrachter durchdringen.“

Den bekannten italienischen Journalisten Ettore Mo traf er, als er für eine Agentur tätig war und Fotos vom Bosnienkrieg machte. Mo berichtete für die Zeitung Corriere della Sera über den Konflikt. Die beiden Männer taten sich zusammen und arbeiteten bis 2015 als Team. Gemeinsam produzierten sie zahlreiche Beiträge, die in Publikationen in aller Welt erschienen.

Baldelli kam vor zehn Jahren erstmals mit Sony in Berührung. Damals war er auf der Suche nach einer leichteren Alternative für sein MacBook. Weil er von der Qualität und Geschwindigkeit seines Vaio so beeindruckt war, begann er, sich auch einmal die von Sony angebotenen Kameras anzusehen. Vor allem die Größe der α7 Kameras stach im ins Auge und nachdem er sich von der Qualität der Bilder überzeugt hatte, stieg er vor etwa fünf Jahren ganz um.

Luigi Baldelli
© Luigi Baldelli | Sony α7R II + 28 mm f/2 | 1/80 Sek. @ f/4, ISO 2500

„Eine tolle Sache an der α7 ist: Ich kann Menschen aus nächster Nähe fotografieren und sie bemerken meine Anwesenheit kaum – so unauffällig ist diese Kamera.“

Da seine Aufträge ihn in alle Welt führen, reist er gern mit leichtem Gepäck. Zurzeit verwendet er eine α7 II und eine α7R II mit nur wenigen Objektiven: das Vario-Tessar T* FE 24–70 mm f/4 ZA OSS, das FE 28 mm f/2 und das Sonnar T* FE 55 mm f/1,8 ZA. Er meint, die Größe hilft ihm, sich in eine Situation einzufügen, sodass die Modelle sich wohler fühlen. 

Luigi Baldelli
© Luigi Baldelli | Sony α7R II + 28 mm f/2 | 1/3200 Sek. @ f/10, ISO 2500

„An der Qualität der Objektive gibt es wirklich nichts zu bemängeln. Sie sind mindestens ebenso gut wie die Ausrüstung, die ich früher verwendet habe – wenn nicht sogar besser.“

Die Nachbearbeitung macht einen großen Teil der Arbeit eines Profifotografen aus, aber Baldelli hat festgestellt, dass er viel weniger Zeit mit der Bearbeitung seiner Bilder verbringen muss, wenn sie aus der Kamera kommen. Er ist auch völlig zufrieden damit, die Bilder im JPEG-Format anstelle von RAW aufzunehmen und findet, dass die Qualität und die schnelle Verarbeitung seinem Stil entsprechen.

Viele Motive wiederholen sich in den Arbeiten von Baldelli: kräftige Lichtstrahlen und tiefe Schatten – ein Stil, der an die italienische Malerei im Barock erinnert. Er gibt gern zu, dass er hierzu von einem seiner Lieblingsmaler – Caravaggio – inspiriert wurde.

Luigi Baldelli
© Luigi Baldelli | Sony α7 + 28–70 mm f/3,5–5,6 | 1/1600 Sek. @ f/9,0, ISO 1600
TEST

„Ich habe mich bewusst dazu entschlossen, Menschen zum zentralen Motiv zu machen und das Licht dem unterzuordnen. Bilder wirken schnell überladen. Daher versuche ich, mich auf zwei oder drei Elemente zu beschränkten.“

 In diesem Artikel vorgestellte Produkte 

ILCE-7RM2

α7R II mit rückwärtig belichtetem Vollformatbildsensor

ILCE-7 Gehäuse/Kit

α7 E-Mount full-frame Mirrorless Camera

SEL28F20 / SEL28F20FEC / SEL28F20UWC

FE 28 mm F2

SEL2870

FE 28–70 mm F 3,5–5,6 OSS

SEL1855

E 18 - 55mm F 3,5 - 5,6 OSS

Luigi Baldelli
Alpha Universe

Luigi Baldelli

Italien

Fotografie vermittelt für mich keine Antworten, sondern Emotionen und Fragen.

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