frau betrachtet gravuren an einer wand

Eine cineastische Wüstendokumentation

Mikołaj Bakalarz

Cleopatra’s Final Secret (Kleopatras letztes Geheimnis) ist eine epische Geschichte über Wüstenerkundungen und Unterwasserabenteuer. Der Film wurde von Lion TV für National Geographic produziert und ist in den USA auf Disney+ und Hulu zu finden (und wird später in diesem Jahr weltweit gestreamt). Es wurde mit einer Reihe von Kameras gefilmt, darunter die Sony FX9, FX6 und FX3. In diesem Feature blicken wir mit dem Kameramann Mikołaj Bakalarz hinter die Kulissen.

Mikołaj hat als Kameramann an einer Vielzahl internationaler Produktionen gearbeitet, sei es für Netflix, National Geographic, Sky, Discovery, Channel 4, Channel 5, ITV oder die BBC. Zudem hat er Musikvideos und Kurzfilme gedreht. Seit 2025 ist er Mentee des Mentorenprogramms der British Society of Cinematographers. Unter der Regie von Alex Kiehl (Mark Cavendish: Never Enough für Netflix, The Peace Particle für ARTE & BBC) folgt dieser Dokumentarfilm im Kinostil der Suche einer Frau nach dem verlorenen Grab einer der rätselhaftesten Figuren der Antike, Königin Kleopatra. Über 15 Monate begleiteten die Filmemacher die Archäologin Dr. Kathleen Martinez und ihr Forschungsteam bei ihrer Suche nach Hinweisen auf den Standort des lange verschollenen Grabes.

luftaufnahme einer zerstörten stadt

Die Vorproduktion begann kurz nach der Veröffentlichung des Erfolgsfilms Dune, der auf dem fiktiven Wüstenplaneten Arrakis spielt. Nachdem sie die atemberaubende Kameraführung von Greig Fraser ASC, ACS, gesehen hatten, und da ein Großteil der Dreharbeiten für ihr Projekt wahrscheinlich in den Wüsten Ägyptens stattfinden würde, entschieden die Produzenten des Dokumentarfilms, ähnlich dramatische Bilder zu verwenden. Kameramann Mikołaj berichtet, dass er sich als Vorbereitung auf dieses Projekt Dune noch einmal ansah. Dabei untersuchte er auf fast forensische Weise, wie der Film gedreht wurde. Außerdem halfen ihm Online-Ressourcen wie ShotDeck herauszufinden, wie andere epische Wüstenfilme wie Lawrence von Arabien, Mad Max, Sicario und Jäger des verlorenen Schatzes die Schönheit der Landschaft und des Lichts der Wüste einfingen. All das half ihm, seinen künstlerischen Ansatz für das Projekt zu entwickeln.

taucher filmt eine unterwasserstruktur

Allerdings wurde dieser Film sowohl an Land als auch unter Wasser gedreht. Kurz zuvor hatte man an einem Wüstentempel, der mit Kleopatra in Verbindung gebracht wurde, zum Meer führende Tunnel gefunden. Infolgedessen wurde die Expedition von dem renommierten Ozeanographen Dr. Robert Ballard begleitet, der im Jahr 1985 die Titanic entdeckt hatte. Mithilfe der ägyptischen Marine erstreckte sich die Suche nach Kleopatras Grab bis in die Tiefen des Mittelmeers. Sowohl Mikołaj als auch Regisseur Kiehl waren entschlossen, diese Geschichte auf reichhaltige und visuell ansprechende Weise zu erzählen. Zu diesem Zweck entschieden sie sich, den gesamten Film ausschließlich mit alten Objektiven mit Festbrennweite zu drehen und nur für die Unterwassersequenzen Zoom-Objektive zu verwenden. Das verlieh den Bildern Charakter und schuf die Möglichkeit, Motive mit geringerer Tiefenschärfe zu isolieren. Außerdem konnten bei Bedarf in der Dunkelheit zusätzliche Lichtblendenstufen verwendet werden.

„Dieser Ansatz lieferte uns atemberaubendes, kinoreifes Filmmaterial und passte optimal zu unserem Vorhaben, den Zuschauern die Spannung einer Ich-Perspektive der Expedition zu vermitteln.“
sonnenuntergang hinter einer alten mauer
mann filmt mit seiner sony cinema line kamera in der dämmerung

Die Hauptkamera für den Film war die Sony FX9, aber auch die Sony FX6 und FX3 kamen ausgiebig zum Einsatz, wenn kompaktere oder leichtere Kameras benötigt wurden.

„Eine brillante Funktion der Sony Kameras ist der Clear Image Zoom der FX6 und FX3 sowie die Möglichkeit, bei der FX9 zwischen 3 Scanmodi zu wechseln. Dadurch habe ich einen gewissen Reframing-Bereich für Festbrennweiten zwischen Vollformat- und S35-Sensor-Scans. Das ist praktisch, wenn ich näher an ein Motiv herangehen muss. Dabei wird aber immer noch eine sehr hohe Qualität beibehalten. Bei Dokumentarfilmen ist es kaum möglich, die Aufnahme für einen Objektivwechsel zu unterbrechen. Und eine zweite Chance bekommt man nicht.“

Wenn die Sonne bei Aufnahmen in der Wüste hoch am Himmel steht, wird ihr Licht vom Sand reflektiert und füllt viele Schatten aus. Zudem ist dieses Licht oft sehr hart. Da es sich um einen Dokumentarfilm ohne Drehbuch handelte, musste die Crew sehr mobil sein. Der Einsatz großer oder ausgeklügelter Beleuchtungsanlagen war daher keine Option. Nach Möglichkeit wurden die Sequenzen mit den Archäologen am frühen Morgen oder am späten Nachmittag gedreht. Die Actionszenen wurden dann im Gegenlicht oder im seitlichen Licht gefilmt. Solche Aufnahmen zur goldenen Stunde unterstrichen die Schönheit der natürlichen Landschaft und verstärkten den epischen Charakter der Geschichte.

silhouette von menschen, die das land bewirtschaften

Aber der Film wurde nicht nur an Land gedreht ...

„Ein einzigartiger Aspekt dieser Produktion war der Kontrast zwischen den gleichzeitig stattfindenden Wasser- und Landexpeditionen. In den meisten Filmen über archäologische Themen liegt der Schwerpunkt ja auf dem Land. Aber hier mussten wir die Herausforderung meistern, in zwei völlig unterschiedlichen Umgebungen zu arbeiten und dabei die Konsistenz des gesamten Films zu bewahren.“
taucher schwimmt an drei großen unterwasserstrukturen vorbei

Zur Bewahrung dieser Konsistenz wies Mikołaj die Unterwassercrew an, in Richtung Sonne zu filmen. Dadurch wollte er von hinten beleuchtete Aufnahmen erhalten, die neue kreative Möglichkeiten boten. So konnten schließlich das Geschehen und die Entdeckungen unter Wasser besser eingefangen und gezeigt werden.

„Wir wollten nicht nur dokumentarische Bilder zeigen, sondern die Zuschauer die mysteriösen und ehrfurchtgebietenden Ereignisse so spüren lassen, wie sie für die Taucher und Archäologen in Echtzeit passierten. Dazu habe ich oft ganze Sequenzen mit einer einzigen Brennweite gedreht. Oder ich habe mich aktiv von Ort zu Ort bewegt, zugehört und das Geschehen dokumentiert. Dabei konnte ich durch den Wechsel von Winkeln und Positionen eine dynamische und spannende Berichterstattung erreichen. Das Ziel war ein Film, der auf authentische und gekonnte Weise episch, bildgewaltig und spannend wirkt.“

Zurück an Land kamen neben der FX9 auch die Sony FX6 und FX3 häufig zum Einsatz, wenn eine kleinere oder leichtere Kamera benötigt wurde. Manchmal wurden diese zusammen mit Vintage-Objektiven aus Mikołajs Privatsammlung verwendet.

mann in der brandung kauernd mit seiner sony cinema line kamera
„Meine FX3 erwies sich als großartige kleine C-Kamera, die mir manchmal Aufnahmen ermöglicht hat, für die sich größere Kameras nicht eignen. Zum Beispiel konnte man sie an die Seite eines Bootes hängen oder mit ihr in einem Gehäuse das spritzende Wasser des Meeres aufnehmen. Dank der geringen Größe und der sehr einfachen, intuitiven Steuerung konnte ich diese Kamera auch anderen Crew-Mitgliedern in die Hand geben. Sie konnten dann zusätzliche B-Roll-Aufnahmen machen, wenn sie etwas Schönes sahen. Dadurch erhielten andere Personen die Möglichkeit, sich am Filmprozess zu beteiligen. Und nicht zuletzt war sie eine sehr gute Wahl als Kamera für Fotos.“

Durch jüngste Funde von Statuen und Münzen im Zusammenhang mit Königin Kleopatra sowie durch Tunnel, die zum Meer führen, spielte der Tempel von Taposiris Magna bei Alexandria in diesem Film eine besonders wichtige Rolle. Für Mikołaj war es wichtig, die Archäologin Kathleen Martinez bei der Erkundung des Tempels und seiner dunklen Tunnel in einem cineastischen Stil zu filmen. Die Zuschauer sollten so das Gefühl bekommen, mit ihr zusammen diese Tunnel zu entdecken. Anstatt die Tunnel also vollständig mit großen oder hellen Scheinwerfern auszuleuchten, wählte Mikołaj einen eher cineastischen Stil und schuf ein stärkeres Gefühl des Geheimnisvollen. So konnte er auch die doppelte ISO-Funktion der Kameras der FX-Serie nutzen und für genügend Empfindlichkeit sorgen. Dabei wurde teilweise nur mit dem Licht von den Handys der Forschenden gefilmt, während sie tiefer in die dunklen und engen Gänge vordrangen.

silhouette einer person in einem dunklen tunnel
„Ich glaube, unsere Arbeit zeigt, wie leistungsfähig die Kameras von Sony in extremen Umgebungen sind. Wir haben bei fast 51 Grad Celsius Hitze in der Sahara gefilmt und hatten keine Probleme. Und wir haben unterirdische Aufnahmen gemacht, und zwar nur mit dem Licht eines Handys. Das zeigt, wie erstaunlich die Fähigkeiten der Kamera selbst bei schwachem Licht sind. Und nicht zuletzt sorgte der XAVC-I-Codec im gesamten Film für wunderschöne Bilder wie im Kino.“

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