Beleuchtung Lebensmittel sehen bei natürlichem Licht immer am schönsten aus. Platzieren Sie also einen Tisch und Ihre Kamera idealerweise neben einem Fenster. Weiches, diffuses Licht wirkt normalerweise optimal, daher eignen sich helle, aber bewölkte Tage perfekt. Alternativ können Sie auch transparente Vorhänge oder Jalousien anbringen. Oder Sie hängen an einem sonnigen Tag einfach ein weißes Laken über das Fenster. Zum Nachbilden von natürlichem Licht mithilfe von Studio- oder Blitzlichtern können Sie in einem Winkel große Softboxen aufstellen. Beleuchten Sie das Essen nicht direkt von oben oder mit der Kamera, weil das Bild grell und flach wirken könnte. Verwenden Sie besser Reflektoren oder ein Stück weißen Karton, um Licht zu reflektieren und Schatten weicher zu machen. Wenn Sie durchscheinende Objekte wie bunte Soßen, Getränke oder Glasflaschen haben, versuchen Sie, diese mithilfe einer Hintergrundbeleuchtung dynamischer wirken zu lassen.
Styling und Komposition Für kommerzielle Aufnahmen von Lebensmitteln werden oft Fälschungen verwendet oder es werden Stunden damit verbracht, Gerichte so zuzubereiten, dass sie auch unter heißen Studioleuchten perfekt aussehen. Bei Aufnahmen von echten Lebensmitteln ist Frische das A und O – sei es ein Salat oder eine warme Mahlzeit direkt aus dem Ofen. Timing und Geschwindigkeit sind dabei entscheidend. Ein kurzes Besprühen mit Wasser erzeugt Tröpfchen und Glanz und lässt Obst und Gemüse frisch wirken. Durch Dampf aus einem Wasserkocher oder einer versteckten Schüssel mit heißem Wasser kann das Gericht kochend heiß und besonders appetitlich aussehen. Dinge wie grobes Meersalz, Kräuter, Beilagen und Saucen können strategisch so platziert werden, dass sie Textur und Ausgewogenheit erzeugen. Aber vergessen Sie die Präsentation nicht! Kontrastieren oder ergänzen Sie die Lebensmittel mit den Farben und dem Stil von Tellern und Oberflächen. Ein Holztisch wirkt rustikal, und eine schwarze Tischdecke lässt Farben hervorstechen, was für einen modernen Look sorgt. Ein weißer Teller auf einer weißen Marmoroberfläche hingegen wirkt sowohl klar als auch minimalistisch. Die Art der Präsentation der Lebensmittel macht einen beträchtlichen Teil des Gesamteindrucks aus und hilft, die gewünschte Stimmung heraufzubeschwören: Ist das Gericht warm und wohltuend oder ist es eher ein luxuriöses Kunstwerk?
Objektive Zum Fotografieren von Lebensmitteln gibt es einige großartige Sony Objektive. Das ist insbesondere die Reihe der Makro-Objektive wie das FE 90mm f/2.8 Macro G OSS oder das FE 100mm f/2.8 Macro GM OSS. Benutzer von Kameras mit APS-C-Sensor wie der α 6700 können das E 30mm f/3.5 Macro verwenden. Das FE 50mm f/2.8 Macro eignet sich hingegen hervorragend für APS-C- und Vollformat-Benutzer, die ein erschwingliches Einstiegsmodell suchen. Für allgemeine Aufnahmen bietet das FE 24-70mm f/2.8 GM II die Flexibilität, aus einer angenehmen Entfernung zu fotografieren und eine Vielzahl von Aufnahmen zu machen. Das kann von Einzeltellern bis hin zu Weitwinkelaufnahmen mit verschwommenem Hintergrund reichen, der dem Gericht einen Kontext gibt.
Belichtung und Tiefenschärfe Verwenden Sie ein Stativ, um besonders scharfe Bilder mit feinen Details und Texturen zu erhalten. So können Sie auch mit der Belichtung experimentieren. Kleine Blendenöffnungen wie f/16 halten einen möglichst großen Teil der Lebensmittel im Fokus, während große Blendenöffnungen wie f/2.8 oder f/1.4 eine geringe Tiefenschärfe erzeugen. Diese hebt bestimmte Elemente hervor und lässt den Hintergrund verschwimmen. Halten Sie den ISO-Wert so niedrig wie möglich und experimentieren Sie im Blendenprioritätsmodus mit der Tiefenschärfe. Die Kamera entscheidet dann über die Verschlusszeit. Passen Sie die Belichtung bei Bedarf mit der Belichtungskompensation (+/-) an.
Weißabgleich Eine präzise Farbwiedergabe ist extrem wichtig, daher sollten Sie einen benutzerdefinierten Weißabgleich einstellen. Gehen Sie zu Belichtung/Farbe > Weißabgleich Weißabgleich > Benutzerdefiniert. Wählen Sie die gewünschte Einstellung und gehen Sie zu SET. Legen Sie ein Weißabgleich-Werkzeug oder eine graue Karte unter dasselbe Licht wie das zu fotografierende Lebensmittel. Achten Sie dabei darauf, dass es das angezeigte mittlere Quadrat bedeckt, und drücken Sie dann die mittlere Taste. Dadurch wird ein benutzerdefinierter Abgleichswert erfasst, den Sie für Ihre Fotos verwenden können.>
Fokussierung Die einfachste Möglichkeit zum Fokussieren ist die Verwendung des Touchscreens Ihrer Sony Kamera – tippen Sie einfach auf das zu fokussierende Objekt. Für absolute Perfektion und Präzision wechseln Sie dann zum manuellen Fokus und nutzen die Fokusvergrößerung (normalerweise die AF-ON-Taste). Um ein ganzes Gericht scharf zu fokussieren, probieren Sie Focus Stacking aus, das bei den Modellen α 7R V, α 7 V, α 7 IV, α 6700 und α 1 verfügbar ist. Gehen Sie hierfür zu Serienaufnahmemodus > Fokusbelichtungsreihe. Stellen Sie die Schrittweite zwischen 1 und 4 für Makro-Nahaufnahmen oder zwischen 5 bis 10 für weniger nahe Aufnahmen ein. Wählen Sie die Anzahl der Bilder, wobei 10 ein guter Ausgangspunkt ist. Fokussieren Sie mit der auf einem Stativ befestigten Kamera den nächstgelegenen Teil des Gerichts und betätigen Sie dann den Verschluss. Die Kamera macht daraufhin zehn Aufnahmen und verschiebt zwischen den einzelnen Aufnahmen den Fokus. Mit einer Bearbeitungssoftware können Sie schließlich alle Bilder zu einer einzigen Aufnahme stapeln.
Bearbeitung Professionelle Lebensmittelfotografen werden jedes Bild schon in der Kamera so perfekt wie möglich machen. Aber auch bei der Bearbeitung bleibt noch viel zu tun. Verirrte Krümel oder ein Körnchen schwarzer Pfeffer auf einer weißen Tischdecke lassen sich leicht aus Bildern entfernen. Bilder oder auch nur Teile davon können geschärft oder lokal kontrastiert werden, um Texturen sichtbar zu machen. Und schließlich können die Farben leicht verstärkt werden, um sie lebendiger und die Lebensmittel noch ansprechender zu machen. Wie immer ist es am besten, für die Bearbeitung RAW-Bilder aufzunehmen. Sony ARW-Rohdateien können mit der kostenlosen Imaging Edge-Software von Sony für Mac und PC sowie der bevorzugten Fotobearbeitungssoftware bearbeitet werden. Zusammenfassung