GRUNDWISSEN OBJEKTIVE

Begriffe rund um Objektive

Zirkulare Blende

Generell gilt, dass eine Blende mit 7, 9 oder 11 Blendenlamellen die Form eines 7-, 9- oder 11-seitigen Polygons annimmt, wenn die Blende verkleinert wird. Dies führt allerdings zu dem unerwünschten Effekt, dass die Defokussierung von punktuellen Lichtquellen polygonal und nicht rund dargestellt wird. α Objektive lösen dieses Problem mithilfe eines einzigartigen Designs, bei dem die Blende von der weitesten Öffnung bis zur Schließung durch 2 Blendenstufen eine beinahe perfekt runde Form beibehält. Dadurch lässt sich eine elegantere, natürlichere Unschärfe erreichen.

Blendendesigns im Vergleich: [1] Konventionelle Blende [2] Runde Blende

ED- (Extra-low Dispersion)-Glas / Super ED-Glas

Bei größeren Brennweiten treten bei Objektiven mit herkömmlichem optischem Glas oft Abbildungsfehler auf. Die Bilder zeichnen sich durch schwache Kontraste, eine schlechte Farbqualität und eine niedrigere Auflösung aus. Um derartige Probleme zu vermeiden, wurde das ED-Glas entwickelt und in ausgewählte Objektive integriert. Abbildungsfehler bei Teleaufnahmen werden drastisch verringert, und selbst bei Aufnahmen mit großer Blende behält das Bild durchweg einen ausgezeichneten Kontrast.

[1] Glas [2] ED-Glas [3] Super ED-Glas [4] Brennebene

Mehrfachbeschichtung

Obwohl der Großteil des Lichts, der auf ein optisches Glas trifft, dieses direkt durchdringt, wird ein Teil des Lichts an der Oberfläche des Objektivs reflektiert, sodass Reflexionen oder Geistereffekte erzeugt werden. Um dieses Problem zu vermeiden, muss eine dünne Antireflexionsbeschichtung auf der Objektivoberfläche angebracht werden. Objektive verwenden eine exklusive Mehrfachbeschichtung, damit solche Probleme bei zahlreichen verschiedenen Wellenlängen vermieden werden.

Nanobeschichtung

Die Original-Nanobeschichtung von Sony sorgt für eine Objektivbeschichtung mit einer präzisen und ebenen Nanostruktur und ermöglicht eine akkurate Lichtübertragung. Gleichzeitig werden unerwünschte Reflexionen vermieden, die zu Lichtreflexionen und Geistereffekten führen. Die Reflexionsunterdrückungseigenschaften der Nanobeschichtung sind herkömmlichen Antireflexionsbeschichtungen – wie Beschichtungen mit irregulärer Nanostruktur – weit überlegen und sorgen für mehr Schärfe, Kontrast und eine insgesamt bessere Bildqualität.

[1] Einfallendes Licht [2] Reflektiertes Licht [3] Übertragenes Licht [4] Glas [5] Antireflexionsbeschichtung [6] Nanobeschichtung

Aufnahme mit Nanobeschichtung

Mit Nanobeschichtung

Aufnahme ohne Nanobeschichtung

Ohne Nanobeschichtung

Asphärisches Objektiv

Die sphärische Aberration ist eine geringfügig falsche Ausrichtung der Lichtstrahlen, die von einer einfachen sphärischen Linse auf die Bildoberfläche projiziert und durch Refraktionsunterschiede an verschiedenen Punkten der Linse verursacht werden. Diese falsche Ausrichtung kann die Bildqualität von Objektiven mit großer Blende mindern. Die Lösung besteht in der Verwendung einer oder mehrerer speziell geformter „asphärischer“ Elemente nahe der Blende, um die Ausrichtung auf der Bildoberfläche wiederherzustellen und dabei einen hohen Schärfegrad und Kontrast bei maximaler Blendenöffnung aufrechtzuerhalten. Um Verzerrungen zu reduzieren, können asphärische Elemente auch an anderen Positionen im Strahlengang verwendet werden. Durchdacht konzipierte asphärische Elemente können die Gesamtanzahl erforderlicher Elemente verringern und somit Größe und Gewicht des Objektivs insgesamt reduzieren.

[1] Sphärische Objektiv [2] Asphärisches Objektiv [3] Brennebene

Advanced Aspherical

AA (Advanced Aspherical)-Elemente sind eine entwickelte Variante mit einem äußerst hohen Dickeverhältnis zwischen Mitte und Peripherie. Die Herstellung von AA-Elementen gestaltet sich äußerst schwierig und ist von der fortschrittlichsten verfügbaren Formungstechnologie abhängig, um die erforderliche Form- und Oberflächengenauigkeit zu erhalten. Daraus ergibt sich eine deutlich verbesserte Reproduktion und Wiedergabe.

XA (extrem asphärisches) Objektiv

Die Herstellung von asphärischen Objektiven gestaltet sich sehr viel schwieriger als von einfachen sphärischen Objektiven. Die neuen XA (extrem asphärischen) Objektivelemente erreichen durch eine innovative Fertigungstechnologie eine äußerst hohe Oberflächenpräzision im 0,01-Mikometerbereich und kombinieren hohe Auflösung und wunderschöne Bokeh-Effekte auf unübertroffene Weise.

[1-1] Herkömmliche asphärische Objektivoberfläche [1-2] Unerwünschtes Bokehergebnis [2-1] XA (extrem asphärische) Objektivoberfläche [2-2] Wunderschönes Bokehergebnis

ZEISS® T* Beschichtung 

Die Tatsache, dass die Objektivbeschichtungstechnologie – Aufdampfung einer dünnen, gleichmäßigen Beschichtung auf die Objektivoberfläche, um Lichtreflexionen zu reduzieren und die Lichtdurchlässigkeit zu maximieren – ursprünglich ein Patent von ZEISS war, ist allgemein bekannt. Das Unternehmen ZEISS hat auch die Wirksamkeit von Mehrfachbeschichtungen für Fotoobjektive entwickelt und nachgewiesen. Diese Technologie ist heute als T* Beschichtung bekannt.

Bis zu Einführung beschichteter Objektive hat die Objektivoberfläche einen Großteil des einfallenden Lichts reflektiert und so die Durchlässigkeit reduziert. Dadurch wurde die Verwendung mehrerer Elemente im Objektivdesign erschwert. Effektive Beschichtungen ermöglichten eine komplexere Optik, die eine erheblich bessere Leistung lieferte. Die Reduzierung interner Reflexionen trug zur Verringerung von Lichteffekten und zu hohem Kontrast bei.

Die ZEISS T* Beschichtung wird nicht einfach auf jedes Objektiv aufgetragen. Das T* Symbol befindet sich ausschließlich auf Objektiven mit mehreren Elementen, die im gesamten Strahlengang die erforderliche Leistung erreicht haben, und garantiert daher höchste Qualität.

[1] Lichtquelle [2] Bildsensor [3] Reduzierte Lichtreflexion

Interne Fokussierung (IF)

Beim Scharfstellen werden nur die mittleren Komponenten des optischen Systems bewegt. Dadurch bleibt die Länge des Objektivs insgesamt unberührt. Die Gesamtlänge des Objektivs bleibt dadurch unverändert. Außerdem bleibt das Filtergewinde an der Vorderseite des Objektivs statisch, was besonders beim Einsatz eines Polfilters nützlich ist.

Rückwärtiger Fokus (RF)

Dadurch, dass nur die hintere Objektivgruppe für die Fokussierung bewegt wird, ermöglicht das Objektiv schnelle AF-Vorgänge und einen geringeren Mindestfokussierabstand. Und da sich die vordere Seite des Objektivs nicht dreht, wird die Handhabung bei Aufnahmen mit einem zusätzlichen Polarisierungsfilter vereinfacht.

Objektivtubus mit Aluminiumlegierung

Eine Aluminiumlegierung wird bei der Konstruktion von G-Objektiven und anderen hochwertigen Objektiven verwendet, um eine hohe optische Leistung sicherzustellen. Das Material ist leicht, robust und äußerst resistent in Bezug auf Temperaturänderungen.

Fokusbereichbegrenzer (FBB)

Durch diese Funktion sparen Sie ein wenig Zeit während des AF-Betriebs, indem eine Grenze für den Brennweitenbereich festgelegt wird. Bei Makroobjektiven kann diese Grenze entweder im Nah- oder Fernbereich sein (wie abgebildet). Beim SAL70200G wird die Grenze nur für die Fernbereiche festgelegt. Beim SAL300F28G kann die Fokussierung entweder auf einen Fernbereich oder einen von Ihnen selbst festgelegten Bereich begrenzt werden.

Fokushaltetaste (FHT)

Sobald Sie den Fokus so ausgerichtet haben, wie Sie es möchten, wird durch Drücken dieses Knopfs auf dem Objektivtubus das Objektiv auf diesem Fokusabstand arretiert. Über die benutzerdefinierten Einstellungen der Kamera kann diesem Knopf auch die Vorschaufunktion zugewiesen werden.

Direct Drive Super Sonic wave Motor (DDSSM)

Das neue DDSSM-System dient zur präzisen Positionierung der schweren, für das Vollformat erforderlichen Fokuseinheit und ermöglicht genaues Fokussieren auch bei geringer Schärfentiefe. Das DDSSM Antriebssystem ist außerdem bemerkenswert leise, wodurch es sich gerade für Filmaufnahmen bestens eignet, da beim Aufzeichnen von Szenen mit einem sich ständig verändernden Fokus gearbeitet wird.

Super Sonicwave Motor (SSM)

Beim SSM handelt es sich um einen Ultraschallmotor, der für einen gleichmäßigen und geräuschlosen Autofokus sorgt. Der Motor bietet einen hohen Drehmoment bei langsamer Rotation und sorgt für sofortige Start-/Stopp-Reaktionszeiten. Zudem ist er extrem leise und erlaubt so ein geräuscharmes Fokussieren. Objektive mit SSM besitzen zudem einen Positionssensor, mit dem die Objektivdrehung erkannt wird, und erlauben so insgesamt eine genauere automatische Scharfstellung.

Der SSM besteht aus einem Rotor (links) und einem Stator (rechts), an denen die Ultraschallelemente befestigt sind.

ADI-Blitzmessung

Die ADI-Blitzbelichtungsmessung (Avanced Distance Integration) ist verfügbar, wenn der integrierte Blitz oder der externe Blitz bei den Modellen HVL-F60M / HVL-F43AM / HVL-F20M gemeinsam mit einem Objektiv verwendet wird, das über einen integrierten Entfernungsencoder verfügt.* Diese Funktion bietet eine automatische Messung, die von der Reflexion von Motiven oder Hintergründen praktisch nicht beeinträchtigt wird. Über den Encoder werden präzise Entfernungsinformationen ermittelt, die dann für eine entsprechende Blitzanpassung verwendet werden. Dies sorgt für eine verlässlichere Belichtung als die konventionelle TTL-Blitzbelichtungsmessung, die bei stark reflektierenden oder sehr dunklen Objekten und Hintergründen unter Umständen weniger gute Ergebnisse erzielt.

Abstandsencoder

Der Abstandsencoder ist eine Objektivkomponente, die die Position des Fokussiermechanismus direkt erkennt und ein Signal an die Kameraprozessor sendet, um die Distanz zum Motiv zu messen. Bei Fotos mit Blitz helfen diese Daten bei der Berechnung der Blitzleistung, die für das Motiv angemessen ist. Der Abstandsencoder spielt eine wesentliche Rolle bei der ADI-Blitzmessung und liefert eine hoch präzise Blitzmessung, die vom Reflexionsgrad von Motiven oder Hintergründen nicht beeinträchtigt wird.

Smooth Autofocus Motor (SAM)

Statt den Fokusmotor in der Kamera zu verwenden, bieten SAM-Objektive einen in das Objektiv eingebauten Autofokusmotor, der die Fokuselementgruppe direkt antreibt. Da der integrierte Motor den Fokusmechanismus direkt dreht, ist der Betrieb deutlich besser und leiser als bei konventionellen verbundenen Autofokussystemen.

Objektivbasierte optische Bildstabilisierung (OSS)

Die in das Objektiv integrierten Gyrosensoren erkennen selbst leichte Bewegungen, und der Bildstabilisator gleich diese optimal aus, um Verwacklungen zu verhindern. Die Verwendung präziser, geräuscharmer Linearantriebe und Technologien, die auch in hochwertigen professionellen Camcordern von Sony zum Einsatz kommen, sorgen für eine außergewöhnlich ruhige und effektive Bildstabilisierung bei Video- und Fotoaufnahmen.

Aktiv-Modus (Active Mode OSS)

Wenn Sie sich während der Filmaufnahme hin und her bewegen, können Verwacklungen die Folge sein. Obwohl konventionelle Bildstabilisierungssysteme beim Ausgleich dieser Art von Bewegung nicht effektiv waren, wird im Aktiv-Modus ein breiterer Bewegungsbereich für die Ausgleichslinse angewendet, wodurch eine verbesserte Stabilisierung über einen größeren Kamerabewegungsbereich hinweg erreicht wird. Die Stabilisierung im äußeren Ende des Zoombereichs wird erheblich verbessert, und die Freihandaufzeichnung von Filmen mit minimaler Bildverwacklung wird erleichtert.

Fließender, flexibler Power-Zoom (PZ)

α Objektive von Sony mit einem Power-Zoom bieten eine optimierte Steuerung und Ausdrucksmöglichkeiten bei Videoaufnahmen dank fließendem, konsistentem Zoomen, was bei handgeführten Aufnahmen nur schwer zu erreichen ist. Genau wie eine hervorragende Verlaufsverfolgung sind Details wie eine fließende Beschleunigung und Verzögerung ebenfalls wichtig. Ermöglicht wird all dies durch die Kombination aus ausgereifter Camcorder-Technologie von Sony und modernen Innovationen, wie das optische und mechanische Design bis hin zur originalen Aktuatortechnologie von Sony. All diese Vorteile werden durch die anspruchsvolle interne Fertigung vereint. Der interne Zoom ist eine weitere nützliche Funktion: Die Länge des Objektivs bleibt beim Zoomen konstant, und der Tubus rotiert nicht, sodass Polarisationsfilter und andere positionsabhängige Filter ohne zusätzliche Unterstützung verwendet werden können.

Smooth Motion Optics (SMO)

SMO (Smooth Motion Optics) ist ein optisches Design von Sony für Wechselobjektive, das speziell für die bestmögliche Bildqualität und Auflösung bei bewegten Bildern entwickelt wurde.

Das SMO-Design berücksichtigt drei Punkte, die für Filmaufnahmen wichtig sind:

- Fokusatmung (Sichtwinkelstabilität beim Fokussieren) wird durch einen internen Präszisionsfokusmechanismus effektiv minimiert.

- Geringfügige Fokusänderungen während des Zoomens werden durch einen speziellen Tracking-Einstellungsmechanismus ersetzt.

- Die laterale Verschiebung der optischen Achse beim Zoomen wird durch einen internen Zoommechanismus ersetzt, der die Länge des Objektivs bei allen Brennweiten konstant hält.

Um den erforderlichen Präzisionsgrad zu erreichen, bedarf es eines anspruchsvollen Designs und einer kontinuierlichen Überwachung während der Herstellung. Die Vorteile bei der Videoaufnahme mit Objektiven, die über eine große Blendenöffnung verfügen, sind jedoch besonders bei Großformat-Sensoren spektakulär und definitiv die Mühe wert.